45 Jahre in Diensten der Post

Wehmut verspüre er keine beim Gedanken an seinen letzten Arbeitstag bei der Post in Mosnang diesen Samstag. «Mir geht es blendend, und ich freue mich sehr auf den Ruhestand.» Wobei der Begriff Ruhestand bei Mario Breitenmoser relativ ist.

Urs M. Hemm
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Mario Breitenmoser arbeitete gern bei der Post. «Dennoch werde ich die Arbeit nicht vermissen», sagt er. (Bild: Urs M. Hemm)

Mario Breitenmoser arbeitete gern bei der Post. «Dennoch werde ich die Arbeit nicht vermissen», sagt er. (Bild: Urs M. Hemm)

Wehmut verspüre er keine beim Gedanken an seinen letzten Arbeitstag bei der Post in Mosnang diesen Samstag. «Mir geht es blendend, und ich freue mich sehr auf den Ruhestand.» Wobei der Begriff Ruhestand bei Mario Breitenmoser relativ ist. Denn neben seiner Arbeit als Postzusteller bewirtschaftet er zusammen mit seiner Frau Ruth seit acht Jahren die Meiersalp oberhalb Libingen. «Langweilig wird es mir also bestimmt nicht werden», sagt Mario Breitenmoser.

Seinen Traum leben

Breitenmosers Karriere bei der Post begann vor 45 Jahren – genauer gesagt am 1. April 1970, als er die Lehre bei der Post Lichtensteig anfing. Danach arbeitete er bei den Poststellen in Wil, Lenggenwil und Rapperswil, bis er ins Toggenburg, nach Libingen, zurückkehrte. Dort war er bis 1998 als Posthalter tätig, danach übernahm er die Post in Mosnang als Stellenleiter. «2008 – nach zehn Jahren auf diesem Posten – beantragte ich bei der Post drei Jahre unbezahlten Urlaub, um mir meinen Traum einer eigenen Alp zu erfüllen», sagt Mario Breitenmoser. Zwei Jahre Urlaub wurden ihm schliesslich gewährt, die er auf der Meiersalp verbrachte. «Danach stand ich vor der Entscheidung, weiter auf der Alp zu bleiben oder zur Post zurückzukehren.» Er entschied sich für die Alp – zumindest teilweise. Denn die Bewirtschaftung ist nur von Anfang Mai bis Ende Oktober möglich. So kehrte er also doch wieder zur Post zurück und arbeitete seit 2011 von Anfang November bis zum Saisonstart im Mai bei der Post Mosnang als Zusteller. «Ich bin der Post dankbar, dass dies so möglich war. So konnte ich meinen Traum auf der Alp leben, aber auch hier in Mosnang arbeiten», sagt Breitenmoser.

Viele Veränderungen erlebt

Obwohl er immer gerne für die Post gearbeitet habe, werde er die Arbeit nicht vermissen. «Das Team und der Kontakt mit den Kunden werden mir jedoch sicher ein wenig fehlen», gibt er zu. Denn vor allem mit seinen Arbeitskollegen habe er viele Veränderungen mitgemacht. «Das verbindet», sagt er. Sei es der Umbau von der damaligen staatlich geführten PTT in eine Aktiengesellschaft oder das Aufkommen von E-Mails, die mehr und mehr die Briefpost verdrängen – alles hat seinen Arbeitsalltag geprägt. Er selber habe nie Probleme mit dem Wandel im Postwesen gehabt. «Ich war Veränderungen gegenüber immer positiv eingestellt, zumal ich ja eh nichts daran hätte ändern können.»

Zeit, um nachzuholen

Pläne für die Wintermonate ohne Post gebe es genug: «Ich kann im Wald arbeiten, holzen, mit den Enkelkindern spielen und ganz allgemein das nachholen, wozu ich im Sommer keine Zeit hatte.» Und ab Mai lebt er wieder seinen Traum auf der Meiersalp.