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40 Jahre machen Lust auf mehr

WATTWIL. Auf den Tag genau 40 Jahre nach dem ersten Schultag in der Kantonsschule Wattwil wurde am Dienstag das Jubiläum gefeiert. Zwischen Klängen von «il mosaico» erinnerten sich Alt-Rektor Kurt Meyer und Autor Peter Weber an ihre Kanti-Zeit.
Sabine Schmid
Freuen sich über das Jubiläum der Kantonsschule Wattwil und erfreuen sich an den Klängen des Jugendorchesters «il mosaico»: (von links) Kurt Meyer, der erste Rektor der Kanti, Wattwils Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner und der heutige Rektor der Schule, Martin Gauer. (Bilder: sas)

Freuen sich über das Jubiläum der Kantonsschule Wattwil und erfreuen sich an den Klängen des Jugendorchesters «il mosaico»: (von links) Kurt Meyer, der erste Rektor der Kanti, Wattwils Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner und der heutige Rektor der Schule, Martin Gauer. (Bilder: sas)

Rektor Martin Gauer konnte am Dienstagabend in der katholischen Kirche namhafte Gäste zum Jubiläum der Kantonsschule Wattwil begrüssen. Vertreterinnen und Vertreter der eidgenössischen und kantonalen Parlamente waren ebenso anwesend wie Vertreter der Gemeinde- und Schulbehörden aus dem Einzugsgebiet der Kantonsschule. «Wir haben zwar noch keine 550 Jahre auf dem Buckel wie die Uni Basel, die am Wochenende ebenfalls ihr Jubiläumsjahr eröffnet hat», sagte Martin Gauer.

Die Kantonsschule Wattwil sei nicht die älteste im Kanton, aber mittlerweile die zweitgrösste und könne auf eine spannende und lehrreiche Geschichte zurückblicken.

Die Kulturvermittlerin

Der Rektor wies darauf hin, dass die Kantonsschule längst nicht mehr der trockene und akademische Bildungsweg von einst beinhalte. Auch überfachliche Kompetenzen und projektbezogene Arbeitsweisen haben Einzug gehalten.

Neben der Stoffvermittlung haben die Mittelschulen aber, genauso wie früher, eine spezielle Kernaufgabe, nämlich die Kulturvermittlung. «In der Primarschule ist es für vieles noch zu früh und auf der Hochschule oft schon zu spät», führte Martin Gauer aus. Er erinnerte sich an seine Schulzeit an der Kantonsschule Wattwil zurück. «Wir bekamen eine Philosophie vermittelt, die universelles und kritisches Denken, Neugier und Kreativität zuliessen und forderten. Eine breite Allgemeinbildung also», fasste er zusammen.

Die Unumstrittene…

Kurt Meyer, der erste Rektor der Kantonsschule, nahm die Anwesenden auf eine Zeitreise mit in die späten 1960er-Jahre. Mit 30 349 Ja zu 10 468 Nein sagte das Stimmvolk am 28. Mai 1967 Ja zum Bau der Kantonsschule in Wattwil. «Damit waren lange, teilweise hart geführte politische Auseinandersetzungen entschieden», sagte der Redner. Im Januar 1968 wurde er zum Rektor gewählt.

Bevor er zugesagt habe, habe er wissen wollen, ob ein Schulleiter mit bernischer Mundart im Toggenburg akzeptiert werde. Berndeutsch ist in Ordnung, nur kein Baseldeutsch, haben ihm drei prominente Wattwiler unabhängig voneinander beteuert, beendete Kurt Meyer diese Anekdote, welche in der Kirche für einige Lacher sorgte. Drei Problemkreise hatte der neue Rektor zu bearbeiten: den Bau des Schulgebäudes, die Planung und Organisation der schulischen Infrastruktur und die Schaffung von Goodwill für die neue Mittelschule bei der Bevölkerung.

Die anfängliche Sorge um zu wenig Schüler war unbegründet. Am 20. April 1970 nahm die Kantonsschule Wattwil mit 154 Schülern – 85 Knaben und 69 Mädchen – in sieben Klassen und 30 Lehrpersonen ihre Tätigkeit auf.

… mit umstrittenem Standort

Schon sehr bald stellte sich heraus, dass die Kantonsschule mit Platzproblemen zu kämpfen hatte. Vor den ersten Schlussprüfungen war die Schülerzahl auf über 500 gestiegen. Untermiete in fremden Schulräumen und Kampf um einen Erweiterungsbau waren die Folgen.

«Es war ein Kampf mit alten Parolen», erinnerte sich Kurt Meyer. «Falscher Standort, Konkurrenz zu den Internatsschulen.» Kritik sei gegenüber der Planungskommission für die Volksabstimmung von 1967 laut geworden. «Wer hätte damals politisch vertreten wollen, dass die Kantonsschule Wattwil einmal 800 bis 900 Schüler haben würde?», fragte der erste Rektor.

Die erste Planung sei ja so zaghaft gewesen, dass man für die Kantonsschule das alte Risi-Schulhaus aufstocken wollte.

«Unsere Tätigkeit haben wir von Anfang an als Doppelaufgabe gesehen: Erstens und vor allem seriöse Bildungsarbeit im Unterricht. Wir wollten aber auch über die Schulstube hinaus wirken und in die Region ausstrahlen. Die regionale Mittelschule sollte ein kulturelles Zentrum werden, von dem mannigfache Impulse ausgehen», so Kurt Meyer.

Die Sportstätte

Nach einem musikalischen Intermezzo des Jugendorchesters «il mosaico», das Teile aus dem Programm des Jubiläumskonzertes zum besten gab, trat der Wattwiler Schriftsteller und ehemalige Kanti-Schüler Peter Weber ans Rednerpult. «Musik oder Sport», mit diesen Schlagwörtern eröffnete er seine Ansprache, in welcher er einige Begebenheiten aus seiner Kanti-Zeit zum besten gab. Musik und Sport wirken lernfördernd. Er habe sich für den Sport entschieden, doch seien seine Noten schlechter geworden.

Die schulischen Leistungen seiner Kollegen, die bei «il mosaico» mitgemacht haben, seien aber gestiegen. Peter Weber liess das Publikum wissen, dass die Matura in Wattwil der letzte schulische Abschluss sei, den er erworben habe. Und über das damalige Wattwil sagte er, es sei während den Schulstunden eine Stadt und am Abend ein Dörfchen gewesen.

Peter Weber hat die Kantonsschule als Sportstätte erlebt. Er erzählte von den Blicken, welche verliebte Schüler durch das Flaschenbodenfensterglas in die Turnhalle geschickt haben. Vom Spiel der Basketballmannschaft gegen Korbballer und vom Orientierungslauf rund um den Köbelisberg, bei dem er lieber nach Pilzen statt nach Posten gesucht hat. Doch auch die Schulstunden haben den Schriftsteller geprägt.

Die astronomischen Erklärungen des Physiklehrers Schmucki oder das Aufsatzthema «Der Hund des Lehrers», der im Schulzimmer anwesend war. Seine Zeit an der Kanti brachte Peter Weber auf eine einfache Formel: «Wir hatten Glück, wir hatten gute Lehrer.»

Die Überdurchschnittliche

Der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner bemerkte in seiner Grussbotschaft, dass sich die Kanti mächtig entwickelt und reichlich Früchte hervorgebracht hat. «Die Kanti ist bekannt dafür, dass Anspruchsvolleres als der Durchschnitt gefordert wird.

Sie muss auf dieser Grundlage kein Ranking scheuen.» Er sei sicher, dass die Verantwortlichen sich diesem Umstand auch in Zukunft bewusst seien. Die Konstanz und das Leistungsniveau der Schule hätten der Region viele Impulse gebracht. «Dies macht sicher auch ein Teil der Identität und der Kultur an der Kanti aus», so der Wattwiler Gemeindepräsident.

Alois Gunzenreiner sagte weiter, dass in der Kanti ein weltoffener Geist herrsche, trotz der tiefen Wurzeln im Toggenburg. Als Vertreter der Standortgemeinde schenkte er einen chinesischen Taubenbaum, der bestens ins internationale Völklein rund um die Kantonsschule passe.

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