40 Jahre auf der Käserei Bodmen

Am 1. Mai 1975 ist mit Heinz Güntensperger ein junger Käser in der Bodmen eingezogen. In den 40 Jahren wurde der Betrieb stetig modernisiert. In der Käserei Bodmen wird heute die angelieferte Milch nach Bütschwil transportiert und dort verkäst. Vor Ort wird nur noch Geissenkäse produziert.

Beatrice Bollhalder
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Die Zeit ist nicht stehengeblieben. Beatrice und Heinz Güntensperger in der Käserei Bodmen. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Die Zeit ist nicht stehengeblieben. Beatrice und Heinz Güntensperger in der Käserei Bodmen. (Bild: Beatrice Bollhalder)

DREIEN. Vor 40 Jahren, als Heinz Güntensperger, ein Käserssohn aus der Mettlen bei Müselbach, in die Bodmen kam, fand er eine eher ältere Käserei vor. Das Kessi beispielsweise fasste gerade einmal 1000 Liter. Und auch der Rest der Käsereieinrichtung war nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Der 25-Jährige kam damals direkt von der Molkereischule, einer höheren Fachschule, ins «Mosliger Birg» und konnte die Käserei kurzfristig übernehmen.

Ausbauen und modernisieren

In den folgenden Jahren begann Güntensperger die Käserei Bodmen zu modernisieren. Das Kessi war schnell zu klein, denn er nahm 1977 bereits 1300 Liter Milch von 16 Bauern an. Er schaffte sich deshalb bereits im zweiten Jahr ein doppelt so grosses Kessi an. Aber auch dieses ist zwischenzeitlich einem noch grösseren Gefäss gewichen. Alles renoviert wurde auch im Schweinestall, der zum Betrieb gehört. Hier wurde zu Anfangszeiten die anfallende Schotte an rund 150 Tiere verfüttert. Derzeit leben in der Bodmen 350 Schweine. In den vergangenen 40 Jahren hat Heinz Güntensperger vier junge einheimische Männer in das Käsereihandwerk eingeführt. Mit Hans Loser konnte ein weiterer Mann aus der Region eine Anstellung als Mitarbeiter in der Käserei Bodmen finden. Seit 26 Jahren arbeitet Hans Loser bei Güntenspergers, heute allerdings im Hauptbetrieb in Bütschwil.

Weniger Milchlieferanten

Die Anzahl Bauern, die der Käsereigenossenschaft Bodmen angehörten, stieg in den besten Jahren auf 24. Heute sind es allerdings nur noch deren zehn. Die Milchmenge ist dadurch aber nicht automatisch kleiner geworden, denn in den letzten Jahren sind Betriebe eher zusammengelegt worden. Der Vorgänger von Heinz Güntensperger, Josef Eberle, hat Tilsiter gefertigt. Nach einem Jahr konnte der junge Käser die Produktion auf Appenzeller Käse umstellen. Seit sechs Jahren wird in der Bodmen allerdings auf Geissenkäse gesetzt. Zweimal wöchentlich liefern fünf Bauern aus der Umgebung ihre Geissenmilch an. Heinz Güntensperger oder dessen Sohn Reto verkäsen dann die rund 1000 bis 1300 Liter der speziellen Milch.

Hauptbetrieb in Bütschwil

Für die Reifung und die weitere Pflege reist der Geissenkäse dann nach Bütschwil. Dorthin gelangt auch die Kuhmilch der zehn verbliebenen Bauern. Im Gesamtbetrieb, in dem die Milch von 70 Bauern verarbeitet wird, ist man unter anderem mit einem Salzbad gut eingerichtet. Im Bütschwiler Betrieb werden täglich 20 000 Liter Milch zu Käse verarbeitet. In der Geschäftsleitung ist mit Sohn Reto eine ideale Lösung zustande gekommen. Heinz Güntensperger ist aber dort noch regelmässig im Büro anzutreffen. Vor allem seit er vor einem Jahr sein Mandat als Kantonsrat abgegeben hat. Nach 18 Jahren als Vertreter der SVP im Kantonsparlament verfolgt er die politischen Geschehnisse heute mehrheitlich aus der Ferne. 21 Jahre lang war der Käsermeister zudem als Verbandskassier tätig. Auf seine Initiative hin wurde auch die Genossenschaft «Pro Wiesen» gegründet. Eine Idee, die heute noch als sehr sinnvoll bezeichnet werden kann. Die politische Tätigkeit von Heinz Güntensperger war auch dadurch möglich, weil sich seine Frau Beatrice im Betrieb eingesetzt hat, wo ihre Kraft gerade gefragt war. Nebst der Kindererziehung – Güntenspergers sind Eltern vier inzwischen erwachsener Kinder – liess sie sich in den letzten 33 Jahren auch bei Milch-Transporten einsetzen.

Jubiläum gefeiert

Am vergangenen Sonntag haben Güntenspergers ihre ehemaligen und heutigen Milchlieferanten zu einer kleiner Feier eingeladen. Dabei wurden die Gäste mit zwei Filmen und einigen Fotos aus alter Zeit überrascht.

Anna und Josef Eberle bei ihrer Arbeit in der Käserei Bodmen. (Bild: pd)

Anna und Josef Eberle bei ihrer Arbeit in der Käserei Bodmen. (Bild: pd)

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