29 freie Sitze, 29 Kandidaten

Dieses Wochenende gilt es, drei Kantonsräte, einen Gemeindepräsidenten, 18 Gemeinderäte (davon zwei Sitze seit dem Vorjahr vakant), zwei GPK-Präsidenten sowie fünf GPK-Mitglieder zu ersetzen. Zudem muss über drei Jahresrechnungen und zwei Vorlagen abgestimmt werden.

Monika Egli
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Das grösste Stühlerücken findet im Waldstätter Gemeinderatszimmer statt, wo drei Sessel neu zu besetzen sind. (Bild: Martina Basista)

Das grösste Stühlerücken findet im Waldstätter Gemeinderatszimmer statt, wo drei Sessel neu zu besetzen sind. (Bild: Martina Basista)

ausserrhoden. Ein besonderes Augenmerk richtet sich am Abstimmungssonntag auf Teufen, wird hier doch ein wichtiger Posten frei: Die reichste Gemeinde des Kantons braucht einen neuen Gemeindepräsidenten. Drei Kandidaten stellen sich im ersten Wahlgang zur Verfügung: Gemeindeschreiber Walter Grob, Vizegemeindepräsident und Unternehmensberater Jean Sacchet sowie der Unternehmer Richard Mähr.

Sollte keiner der drei Kandidaten das absolute Mehr erreichen, will Andreas Brandenberg im zweiten Wahlgang ins Geschehen eingreifen und sich dannzumal zur Verfügung stellen, damit die Bevölkerung «eine neue Perspektive» habe. Dabei darf nicht vergessen werden: Es kann nur Gemeindepräsident werden, wer gleichzeitig zum Gemeinderat gewählt wird. Diese Vorgabe gilt für alle Kandidaten ausser für Jean Sacchet, der dieses Amt bereits bekleidet. Im Gemeinderat ergibt sich mit dem Rücktritt von Barbara Brandenberg eine zusätzliche Vakanz.

Um diese auszufüllen, kandidiert Oliver Hofmann. In Teufen soll probehalber ein Publitaxi eingeführt werden. Der Gemeinderat will dieses Vorhaben mit jährlich ungefähr 82 000 Franken unterstützen. Nach zwei Jahren wird dann über dessen definitive Weiterbetreibung entschieden werden. Der Gemeinderat legt dieses Geschäft dem Stimmvolk vor, obwohl es innerhalb seiner eigenen Finanzkompetenz läge.

Rücktritt, aber keine Wahl

Obwohl Willi Troxler als Gemeinderat zurücktritt, wird in Speicher keine Nachfolge gesucht. Die Gemeindeordnung sieht keine Ergänzungswahlen vor, bis die Reduktion des Gemeinderats auf sieben Mitglieder erreicht ist. Trotzdem wird gewählt, da GPK-Präsident Ruedi Kircher zurückgetreten ist. Als Nachfolger stellt sich Daniel Bühler zur Wahl. Zu beachten ist, dass er sowohl als GPK-Mitglied wie auch als Präsident das absolute Mehr erreichen muss.

Schulpräsidium wird frei

In Trogen treten Gemeinderätin und Schulpräsidentin Nora Olibet sowie Gemeinderat Roland Plüss zurück. Es ist eine Besonderheit in der Mittelländer Gemeinde, dass das Schulpräsidium an der Urne vergeben wird. Monika Sieber stellt sich deshalb als Gemeinderätin und Schulpräsidentin zur Wahl. Urs Niederer kandidiert als Gemeinderat. Auch den GPK-Präsidenten Urs Bitterli gilt es zu ersetzen. Benno Jud, Mitglied der GPK, kandidiert für das Präsidium, Peter Schindler als neues GPK-Mitglied.

Neue Vorderländer Kantonsräte

In Heiden muss ein neuer Kantonsrat oder eine neue Kantonsrätin gewählt werden. Ralph Devos, gegenwärtig Kantonsratspräsident, hat seinen Rücktritt auf Ende Amtsjahr angekündigt. Einziger Kandidat ist Alexander Rohner, Direktor der Privatklinik Hirslanden am Rosenberg. Wenig komfortabel sieht die Situation für die Geschäftsprüfungskommission (GPK) aus: Es liegen zwei Rücktritte, jedoch keine Kandidaturen vor. Auch Wolfhalden sucht nach dem Rücktritt von Jürg Messmer ein neues Mitglied in den Kantonsrat.

Für dieses Amt kandidiert der parteiunabhängige Stephan Wüthrich. Hans Wiesendanger, Walzenhausen, hat ebenfalls als Kantonsrat demissioniert. Drei Männer kandidieren für dieses Amt: Kevin Friedauer von der JFDP, der parteiunabhängige Jürg Wickart sowie der parteiunabhängige Gemeinderat Kurt Bischofberger, der von der SVP unterstützt wird. Aus dem letzten Jahr besteht immer noch eine Vakanz im Gemeinderat; für dieses Amt gibt es keine Kandidatur. Für einen Rücktritt aus der GPK stellt sich Peter Walser zur Verfügung.

Gerade genug, zu wenig, zu viel

In Wald und Grub gilt es, je ein zurücktretendes Gemeinderatsmitglied zu ersetzen, und in beiden Gemeinden gibt es je eine Kandidatur: In Wald stellt sich Simone Brunetta, in Grub Udo Szabo der Wahl. Im Gemeinderat Reute müssen zwei Vakanzen aufgefangen werden. Bis dato kandidiert mit Sabine Zweifel jedoch nur eine Person. Hier wird zudem über die Jahresrechnung abgestimmt. Ähnlich präsentiert sich die Situation in Rehetobel.

Sachvorlagen gibt es zwar keine, jedoch treten mit Pius Steiner und Erich Straub ebenfalls zwei Gemeinderäte zurück und auch hier gibt es lediglich einen Kandidaten, den von den Lesegesellschaften portierten Richard Sennhauser. Erich Straub wird im Kantonsrat bleiben. Bis zur Wählerversammlung am 22. Februar war in Lutzenberg noch keine Kandidatur für den zurücktretenden Gemeinderat Jürg Wehrle bekannt.

Unterdessen bahnt sich mit den Kandidaturen von Erika Aemisegger und Markus Hürlimann aber eine Kampfwahl an.

Drei gehen, vier wollen

Die Stimmbürger von Waldstatt sind in einer ähnlich komfortablen Situation wie die Teufner: Sie haben eine echte Wahl, denn für drei frei werdende Gemeinderatssitze stehen drei Kandidaten und eine Kandidatin zur Verfügung: Michael Hug, Monika Knellwolf-Abderhalden, Jürg Langenegger und Marcel Gsell.

Sie haben aber auch noch über die Ortsplanungsrevision zu befinden, die sie im vergangenen September mit zwei Stimmen Unterschied bachab geschickt hatten. Nun wird sie mit geringfügigen Änderungen noch einmal vorgelegt, allerdings aufgeteilt in vier Vorlagen, nämlich das Baureglement, die Gefahrenzonen/Grünzonen/Verkehrsflächen, die Umzonung Kernzone/Zentrum, Hof/Graströchni, Bad und Kleinanpassungen sowie die Umzonung Hinterdorf.

Im Hinterland geht's grad auf

In Schönengrund ist es letztes Jahr nicht gelungen, einen frei gewordenen Gemeinderatssitz wieder zu besetzen. Nun stellt sich dafür Ernst Mettler zur Verfügung. Aus der GPK sind zwei Rücktritte aufzufangen. Mit Beda Gmür und Alfred Lämmler stehen zwei Kandidaten zur Wahl. Nach dem Rücktritt von Reinhard Brändle wird auch in Schwellbrunn ein Gemeinderatssitz frei. Die SVP schlägt Thomas Plattner vor.

Die Schwellbrunner und Schwellbrunnerinnen befinden zudem über die Jahresrechnung, die im Plus liegt und um fast 140 000 Franken besser abschloss als budgetiert. Auch in Urnäsch dürfte es am Wochenende gelingen, die Vakanz, die durch den Rücktritt von Gemeinderat Werner Zellweger entsteht, wieder aufzufangen. Mit Christian Knöpfel stellt sich ein von verschiedenen Parteien unterstützter Kandidat zur Verfügung.

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