24-Stunden-Velotour macht Halt im Appenzellerland

Rund 140 Hobby-Velofahrerinnen und Velofahrer durchquerten am Samstag und Sonntag 13 Kantone. Der Weg führte sie auch ins appenzellische Stein.

Alessia Pagani
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Nach dem steilen Anstieg von Teufen nach Stein konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim letzten Pausenhalt verpflegen.

Nach dem steilen Anstieg von Teufen nach Stein konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim letzten Pausenhalt verpflegen.

Alessia Pagani

Am Sonntagvormittag dominierte im Dorfkern von Stein die Farbe rot. Rund 140 Hobby-Velofahrerinnen und Velofahrer aus den verschiedensten Kantonen machten Halt bei der Schaukäserei, um sich eine wohlverdiente Pause zu gönnen und bei einem Frühstück Energie zu tanken. Es waren Teilnehmer der «halben Tour de Suisse in 24 Stunden», einem etwas anderen Velorennen. Gestartet waren die Amateur-Fahrerinnen und -Fahrer und die rund 35 Helferinnen und Helfer in Begleitwagen am Samstagnachmittag im bernischen Oberried. In zehn Gruppen führte sie der Weg via Schaffhausen, Urnäsch und Morgarten durch 13 Kantone bis zum Ziel in Morschach im Kanton Schwyz, wo die ersten Fahrerinnen und Fahrer am Sonntag um 14 Uhr erwartet wurden.

Gefahren wurde auch nachts, lediglich drei Pausen à je etwa eine Stunde standen auf dem Programm. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten aus drei Routen wählen. Diese betrugen 375, 500 und 600 Kilometer. Dabei wurden zwischen 3000 und 4800 Höhenmeter zurückgelegt. Organisiert wird die jährliche Radtour seit 2016 von der Thömus AG, einem Fahrradproduzenten aus dem Kanton Bern. Die erste Tour führte von Oberried nach Savona in Italien. In den Folgejahren ging’s nach Paris, Südfrankreich und Monaco. Auf Grund der Covid-19-Massnahmen blieb die Tour dieses Jahr innerhalb der Landesgrenzen. Dies tat der Freude der Teilnehmenden keinen Abbruch. Christian Riesen sprach von einem wunderschönen Erlebnis. Der 38-Jährige aus Bern sagt über die Gründe seiner Teilnahme:

«Für mich ist die Tour ein Ausgleich zu meinem beruflichen Alltag.»

Als ältester Teilnehmer am Start war Kurt Herzig aus dem Kanton Basel-Landschaft. Der 71-Jährige frühere Orientierungsläufer geniesst jeweils das gemeinsame Fahren in der Gruppe und die speziellen Bedingungen des Rennens. Herzig liess bisher keine Tour aus und ist mit Herzblut dabei:

«Es ist ein Erlebnis, während 24 Stunden unterwegs zu sein und dabei auch in der Nacht zu fahren.»

Teilgenommen haben unter anderem auch der ehemalige Profi-Radrennfahrer und Tour-de-France-Absolvent Marcel Wyss, der Präsident des Fussballclubs BSC Young Boys Hanspeter Kienberger und Markus Bingelli, Verkaufsleiter bei der Thömus AG und Bruder des Inhabers. Bingelli lobte die gute Stimmung unter den Fahrern und zeigte sich erfreut, dass abgesehen von kleineren Vorfällen, wie platte Reifen oder Speichenbrüche, bis Sonntagmittag keine Vorkommnisse die Tour überschattet hatten. Über die Gründe für die Tour sagt Bingelli: «Velofahren ist unsere Passion und es ist immer wieder erstaunlich, wie weit uns unsere Muskelkraft trägt.»