2010 – mit 32 Jahren ein alter Mann

Damals

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Vor 100 Jahren

25. August: Wattwil. Letzten Mittwoch, vormittags 11 Uhr, konnte hier ein Flieger beobachtet werden. Der Doppeldecker, vermutlich von Dübendorf herkommend, flog in beträchtlicher Höhe über den Ricken und verschwand in der Richtung nach Nesslau.

25. August: Mosnang. Die ausserordentliche Hauptversammlung des Unterstützungsvereins bei Sterbefällen beschloss, den Verein zu liquidieren und aufzulösen. Der Verein zählt noch 200 Mitglieder mit einem nun zu verteilenden Vermögen von 29 000 Franken. Von gemeinnützigen Männern vor 30 Jahren gegründet, hat diese Institution in vielen Todesfällen wertvolle Dienste geleistet. Wie überall, hat auch hier der Sterbeverein der Lebensversicherung den Platz räumen müssen, und so wird wieder ein Verein, mit den besten Absichten seiner Zeit ins Leben gerufen, von der wechselvollen Bildfläche verschwinden.

29. August: Raupenfrass im Sommer 1917. Nach einer alten Ueberlieferung sind vor rund 100 Jahren die Kohl- und Kabispflanzen ebenfalls durch eine Unmenge von Raupen fast ganz zerstört worden. Seit einigen Tagen kriechen die Schädlinge zu vielen Tausenden an den Treppen, Pfosten und Mauern der Häuser empor, kommen selbst in die Zimmer und hängen in grosser Zahl an den Wänden, Decken und Möbelstücken. Hier legen sie in Häufchen ihre zähen, gelblichen «Nester». Man wird natürlich diese nach Möglichkeit zu zerstören suchen, nur ist es gewöhnlich etwas schwierig, ihnen beizukommen, da sie sich gerne in den Ritzen und Innenkanten der Wände finden. Wie uns von erfahrener Seite mitgeteilt worden ist, wird mit der allgemein beobachteten Abwanderung der Schädlinge von der Kohl- und Kabisbeeten der Raupenfrass nun rasch zurückgehen. Es lohnt sich darum wohl, in den nächsten Tagen die Schädlinge noch sorgfältig abzulesen.

Vor 50 Jahren

25. August: Wattwil. Ueber 40 Behördenvertreter waldbesitzender Körperschaften, Forstleute und Unternehmer aus den Kantonen St. Gallen und Thurgau liessen sich im Rumpfwald/Wattwil die forstlichen Möglichkeiten des von den Mercedes-Benz-Werken hergestellten Unimog vorführen. Ein Aufgebot von vier Unimogs verschiedener Typen mit aufgebauten Seilwinden und Hebeschildern (Rückkombination), Ladekran für Blochholz und Greifer für Sterbündle, Doppelachsanhänger für den Tremmel- und Sterholztransport sowie Strassenunterhaltsgeräte wurden von den Spezialfirmen aus Trier, Memmingen und Wil, gezeigt. Mit voller Absicht wurde daher der steile Bergwald Rumpf mit seinen engen räumlichen Möglichkeiten als Vorführungsgelände gewählt.

Vor 20 Jahren

27. August: Wattwil. Das Spital ist einmal mehr im Gespräch. Gerüchte von der Schliessung bis zum Leistungsabbau sind im Umlauf. Doch wie sieht die Situation wirklich aus? Wie geht es weiter? Konkretes will und kann niemand sagen. Alle Meldungen, die man hört, sind Gerüchte, erklärt Jürg Winnewisser, Chefarzt der medizinischen Abteilung des Spitals Wattwil. Solange die St. Galler Kantonsregierung nicht definitiv beschlossen hat, wird sich an dieser Situation auch nichts ändern. Gerüchte werden weiterhin die Stimmung anheizen oder abflauen lassen. Dass das Spital komplett geschlossen wird, glaubt Winnewisser nicht. Auch Leistungsabbau ist im Moment noch nicht vorgesehen. Konkret auf die mögliche Schliessung einer Abteilung angesprochen erklärte Winnewisser, dass diese Idee, in einem «Brainstorming» der Regierung entstanden sei und im Moment jeder konkreten Vorstellung entbehre.

28. August: Ebnat-Kappel. Die Bürstenfabrik Ebnat-Kappel stellt Bürsten für Haushalt, Mundhygiene und Haarpflege her. Bisher gab es diese Produkte nur im Detailhandel zu kaufen. Nun bietet die Bürstenfabrik der Bevölkerung die Möglichkeit, ihr Erzeugnisse des täglichen Bedarfs zu vorteilhaften Bedingungen im Fabrikladen zu beziehen. Angeboten wird das gesamte Sortiment der Bürstenfabrik, welches mit Rabatt verkauft wird. Zu besonders günstigen Konditionen werden gleichzeitig Auslaufmodelle und neue Artikel mit kleinen Fabrikationsfehlern zu finden sein.

Vor 10 Jahren

25. August: Schwingen. Anfangs Mai ist das Trio Forrer/Götte/Bohl ist für zehn Tage in den Süden gezogen, um Kraft und Freude für die bevorstehende Saison zu tanken. Die unkonventionelle Planung hat sich bisher ausgezahlt. Bilanz gezogen wird in Aarau. 2001 wurde Nöldi Forrer Schwingerkönig. Sechs Jahre später ist alles anders. Nun reist er bereits leicht angeschlagen zum Saisonhöhepunkt. An seinem Lieblingsfest am Fusse des Säntis zog er sich im Kampf mit Manuel Strupler eine Muskelzerrung im Rippenbereich zu. Trotzdem bleibt der 194 cm grosse Senn zuversichtlich. «Es gibt nichts anderes als voll zu attackieren, wenn ich zum zweiten Mal König werden möchte. 2010 in Frauenfeld bin ich mit 32 Jahren ein alter Mann, und meine beste Zeit wird dann wohl vorbei sein», fügt Nöldi Forrer halb lächelnd und halb nachdenklich an.

28. August: Bütschwil. Mit dem3. Einsatz des Zivilschutzes des Unteren Toggenburgs konnte die Umzieherei wegen des Erweiterungsbaus im Solino abgeschlossen werden. «Das Solino bietet 94 Bewohnenden ein Zuhause», orientierte der Leiter des Seniorenzentrums Markus Brändle. Freude und Begeisterung schwingen in diesen Worten mit. Zu Recht, denn das früher als «Regionales Alters- und Pflegeheim Bütschwil» bekannte Heim hat durch die baulich tief greifende Sanierung und Erweiterung nicht nur den letzten Teil seines Spitalcharakters abgelegt, sondern es ist grosszügiger (überwiegend Einzelzimmer), wohnlicher, ja sogar heimeliger geworden.