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20-Millionen-Grossprojekt für das Herisauer Quartier Säge

Das ehemalige Restaurant Bären soll abgerissen und an seiner Stelle eine Überbauung erstellt werden. Geplant ist eine neue Wohnform mit 55 Einheiten – für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.
Alessia Pagani
Das ehemalige Restaurant Bären im Herisauer Säge-Quartier muss einer Überbauung weichen. (Bild: Philipp Wolf)

Das ehemalige Restaurant Bären im Herisauer Säge-Quartier muss einer Überbauung weichen. (Bild: Philipp Wolf)

Das Gesicht des Quartiers Säge in Herisau wird sich verändern. Die Tscharner Immobilien Herisau AG plant beim ehemaligen Restaurant Bären eine Überbauung mit 55 Wohneinheiten. Die Anstösserinnen und Anstösser sind bereits informiert worden, der Abbruch des Restaurantgebäudes soll noch in diesem Jahr erfolgen. Das Baugesuch wird im kommenden Monat eingereicht. Das Investitionsvolumen beträgt rund 20 Millionen Franken. Sollten nicht Einsprachen die Bebauung verzögern, rechnet der Bauherr damit, dass im Februar beziehungsweise März kommenden Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

Geplant ist nicht etwa eine gängige Wohnüberbauung. Vielmehr soll ein Wohn-, Lebens- und Arbeitsangebot für Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf entstehen. Dies als Mehrgenerationenprojekt für alle Altersklassen. So sollen Menschen mit einer körperlichen, psychischen oder kognitiven Beeinträchtigung genauso dort leben, wie Menschen ohne eine solche. Bereits liegt ein fertiges Konzept vor.

«Es wird ein Leuchtturmprojekt für Herisau aus Herisau, aber auch für die Fachwelt», sagt Sebastian Reetz-Spycher, Vizepräsident des Verwaltungsrates der Covai AG. Diese wird später die Überbauung mieten und den operativen Betrieb übernehmen.

Teilhabe steht im Zentrum

Es werden zwei neue Gebäude für spezifische Bedürfnisse realisiert. Die Überbauung wird barrierefrei sein und über eine Tiefgarage verfügen. Die Fassade in Holz soll den Gebäuden dereinst einen typischen Appenzeller-Touch verleihen, sagt der Inhaber der Baufirma, René Raguth Tscharner. In den oberen Vollgeschossen wie dem dritten Obergeschoss beider Bauten sollen Ein-, Zweieinhalb- und Dreizimmerwohnungen entstehen. Mit den grösseren Wohnungen wird die Möglichkeit geschaffen, dass auch Familien mit einem Kind mit Unterstützungsbedarf oder andere Lebensformen in der neuen Überbauung Platz finden. An der jetzigen Stelle des «Bären» soll im Erdgeschoss wieder ein Restaurant entstehen. Die Bewohnerinnen und Bewohner können sich so wie in einer Mensa täglich mit Mahlzeiten verpflegen, sollten sie nicht in den eigenen vier Wänden kochen wollen oder können. Sebastian Reetz-Spycher:

«Es soll ein neuer Begegnungsort unweit des Zentrums von Herisau entstehen»

Eine Rezeption mit 24-Stunden-Betrieb wird den Bewohnerinnen und Bewohnern wie den Mieterinnen und Mietern bei Fragen zur Verfügung stehen. Die Rezeption wird betreut durch eine Betreuungsfachperson. In den übrigen Räumen des Erdgeschosses werden Büroräumlichkeiten und medizinische Angebote wie etwa eine Arztpraxis oder ein Physiotherapiestudio Platz finden. Noch lassen die Verantwortlichen offen, welche medizinischen beziehungsweise therapeutischen Angebote in der Überbauung zugänglich sein werden. Angegliedert werden eine Wäscherei und ein Reinigungsdienst. «Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen möglichst selbstbestimmt leben können und von jenen Angeboten profitieren, die sie benötigen oder brauchen wollen», sagt Sebastian Reetz-Spycher. Abgerechnet wird mit einer Tagespauschale und Einzelpreisen per Ende Monat. Pro Bewohner mit Unterstützungsbedarf wird gemäss Reetz-Spycher per kantonaler Vorschrift eine Wohngrösse pro Zimmer von zwölf Quadratmetern vorgeschrieben. «Bei uns sind es gegen 30 Quadratmeter inklusive Küche, Bad und Balkon. Das schafft Privatsphäre und Lebensqualität.»

Durch die neue Wohnform werden Arbeitsplätze in den Bereichen technischer Dienst, Restauration, Hotellerie, Administration und Betreuung geschaffen. Abgesehen vom Bereich Betreuung sollen in den anderen Fachbereichen nebst Fachpersonen auch Menschen eine Tätigkeit finden, die im ersten Arbeitsmarkt keine Stelle finden und trotzdem realitätsnahe Tagesstrukturen wollen.

Wohngruppen oder andere Formen von betreutem Wohnen waren in den vergangenen Jahren gefragt. Dieses Projekt mit hotelähnlichem Charakter und konsequenter Umsetzung der Forderungen der UNO-Behindertenrechtskonventionen ist gemäss Reetz einzigartig in der Schweiz. «Unser Anspruch ist, Teilhabe vor Ort konkret zu gestalten und möglich zu machen. In dieser Eindeutigkeit sind wir einmalig.»

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