13 Appenzeller Schwinger kommen zum Zug

Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest fehlen Königsanwärter aus dem Appenzellerland. Einige Schwinger hegen aber Ambitionen auf den Kranz.

Thomas Mock
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Die selektionierten Schwinger aus dem Appenzellerland für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug. (Bild: Lorenz Reifler)

Die selektionierten Schwinger aus dem Appenzellerland für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug. (Bild: Lorenz Reifler)

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (Esaf) vom Wochenende ist der Saisonhöhepunkt. Die 13 Appenzeller sind ein wichtiger Bestandteil des 65-köpfigen Nordostschweizer Teams. Der sportliche Leiter Kuno Sutter schätzt ihre Stärken und Schwächen ein.

Schwingclub Gais stellt drei Eidgenossen

Mit Michael Bless, Raphael Zwyssig und Marcel Kuster stellt der Schwingclub Gais drei der vier selektionierten Appenzeller Eidgenossen. Bless steht diese Saison mit einem Kranzfestsieg, sechs Kränzen, davon zwei Bergkränze, zu Buche. Aufgrund seiner Routine, seiner angriffigen Schwingweise sowie seiner Konsequenz bis zum Ende eines Ganges wäre eine andere Zielsetzung als der vierte eidgenössische Kranzgewinn wohl vermessen. Auch bei Zwyssig und Kuster wird die Routine von Vorteil sein. Kuster gilt als Filigrantechniker und Zwyssig wird für manch einen Kontrahenten wohl nur schwer zu bezwingen sein. Auch wenn in der Vergangenheit wiederkehrende Verletzungen gewisse Fragezeichen offen liessen, müsste für beide der zweite eidgenössische Kranzgewinn das Ziel sein. Mit Thomas Kuster wird das Gaiser Quartett komplettiert. Für ihn ist die Saison mit drei Kranzgewinnen eine seiner erfolgreichsten. An Teilverbands- oder Bergfesten blieb ihm das Glück bis anhin verwehrt. Der jüngere der Kuster-Brüder kann dank seiner Taktik die Schwingweise während des Gangs umstellen. Gemäss Sutter liegen acht Gänge im Bereich des Möglichen.

Schwingclub Appenzell: Hersche ist der Trumpf

Vom Schwingclub Appenzell qualifizierten sich mit Martin Hersche, Reto und Thomas Koch drei Schwinger direkt für Zug. Patrick Schmid rückte nach verletzungsbedingten Absagen im NOS-Verband von der dritten zur ersten Reserve auf. Schmid ist ein Wettkampftyp. Bei einer Teilnahme müsste das Erreichen des zweiten Wettkampftages Ziel sein. Die Gebrüder Koch strotzen vor Kraft. Während bei Thomas die Unbeschwertheit zu seinen Stärken zählt, sind es bei Reto die Beweglichkeit und die Athletik. Fraglich ist, ob er seine kürzlich zugezogene Rippenverletzung kaschieren kann. Sind beide fit, können acht Gänge im Bereich des Möglichen sein. Als grösster Innerrhoder Trumpf gilt Martin Hersche. Seine letzten Auftritte haben gezeigt, dass seine Verletzung im Sprunggelenk den Belastungen standhalten kann. Zudem wird Hersche mit seiner Technik, seiner Kondition sowie seiner Athletik vielen Gegnern überlegen sein. Es wird aber nötig sein, dem Körper zu vertrauen und den Glauben an sich im Wettkampf umzusetzen. Dann wird für Hersche der zweite eidgenössische Kranz möglich sein.

Schwingclub Herisau: Acht Gänge sind das Ziel

Als stärkster Vertreter des Schwingclubs Herisau wird Martin Roth am Start sein. Seine körperliche Verfassung sowie seine Technik und sein unbändiger Wille, den Kampf mitzugestalten, machen Roth zum Kranzanwärter. Dazu benötigt er allerdings einen nochmaligen Effort am Wettkampftag, doch dem Herisauer ist dies zuzutrauen. Mit Urs Giger, Roman Wittenwiler und Andrin Poltera stellt der Schwingclub Herisau drei weitere Schwinger. Bei Giger ist hervorzuheben, dass er trotz eher kleiner Statur mit seiner bedachten Schwingart und seiner Routine grundsätzlich zu allem fähig ist. Behält er am Wettkampftag die Nerven, sind ihm acht Gänge zuzutrauen. Ähnliches gilt für Wittenwiler, der sich dank seiner Unbeschwertheit und seiner Technik ebenfalls bis zum Ende im Wettkampf halten könnte. Poltera qualifizierte sich aufgrund Verletzungen von NOS-Teamkameraden zu einem späten Zeitpunkt fix für das Esaf-Kader. Mit seiner guten Verteidigung brachte er schon stärker eingestufte Gegner zur Verzweiflung. Für ihn gilt, ähnlich wie für Schmid, den zweiten Wettkampftag zu erreichen. In erster Linie soll er aber Erfahrungen auf der grossen Bühne sammeln, um in den folgenden Jahren die nötige Routine mitbringen zu können.

Schwingclub Wolfhalden: Nur Schläpfer am Start

Mit Markus Schläpfer qualifizierte sich nur ein Mitglied des Schwingclubs Wolfhalden. Nach durchzogenem Saisonstart trumpfte er insbesondere am NOS sowie am eigenen Kantonalfest auf. Auch auf dem Weissenstein gelang ihm ein ansprechender Wettkampf, auch wenn dies nicht zu Kranzehren reichte. Mit seiner Routine, seiner unbequemen Schwingart und drei Siegen über Eidgenossen in der aktuellen Saison hat Schläpfer bewiesen, dass er ein wichtiger Bestandteil im NOS-Team sein wird. 2013 war er nah am Kranzgewinn, weshalb mindestens acht Gänge, wenn nicht gar der Kranz, sein angestrebtes Ziel sein dürften.

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