105'000 Benutzer in einem Jahr

LICHTENSTEIG. Ein Neubau der Fussgängerverbindung zwischen dem Bahnhof Lichtensteig und der Bahnhofstrasse wird dieses Jahr sicher nicht realisiert. Nach Auskunft der Südostbahn können die bestehenden Stege nicht mehr saniert werden.

Martin Knoepfel
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Der Fussgängersteg ist von den Gleisen der Südostbahn, auf denen auch Züge der Thurbo fahren, durch einen Maschendrahtzaun abgetrennt. (Bild: Martin Knoepfel)

Der Fussgängersteg ist von den Gleisen der Südostbahn, auf denen auch Züge der Thurbo fahren, durch einen Maschendrahtzaun abgetrennt. (Bild: Martin Knoepfel)

Der Fussgängersteg vom Bahnhof zur Steigstrasse in Lichtensteig sei sanierungsbedürftig, hiess es im Sommer 2013 in den Gemeindemitteilungen von Lichtensteig. Der Steg ist an der nordwestlichen Seite des Viadukts der Südostbahn (SOB) befestigt und verläuft parallel zur Bahnlinie.

Vom nordöstlichen Ende des Stegs erreicht man über die Steigstrasse das Untertor und über eine Treppe die Wilerstrasse. Die SOB verlange, dass der Fussgängersteg unabhängig vom Bahntrassee geführt werde, wegen «gegenseitiger negativer Einflüsse», liest man in den Lichtensteiger Gemeindemitteilungen vom Sommer 2013. Der Fussgängersteg, der seit Jahrzehnten existiert, ist heute von den Schienen mittels eines mehr als einen Meter hohen Maschendrahtzaunes getrennt.

Folge des Beteiligungsprozesses

Aus dem Beteiligungsprozess in Lichtensteig ging eine Arbeitsgruppe hervor, die sich mit dem Steg befasste. Man solle den Fussgängersteg erhalten und überprüfen, ob eine Linienführung am heutigen Ort möglich sei, hiess es. Die Gemeinde habe deshalb mit der SOB Kontakt aufgenommen, damit die Bahn diese Frage und die Frage der Kosten genauer abkläre, sagt Stadtpräsident Mathias Müller.

Eine denkbare Variante sei, den Steg nicht mehr auf der Höhe des Bahntrassees zu führen, sondern etwas tiefer. Die Gesamtkosten einer alternativen Route schätzt Mathias Müller auf 800 000 bis eine Million Franken. Berappen müssten dies die Gemeinden Lichtensteig und Wattwil sowie die SOB, wobei der Anteil Lichtensteigs grösser wäre als der Anteil Wattwils. Der Bahnhof Lichtensteig befindet sich auf Wattwiler Boden.

Umweg von 400 Metern

In der Investitionsrechnung des Budgets 2015 von Lichtensteig sind zwar Positionen für die Sanierungskosten des SOB-Bahnstegs und des Beitrags von Wattwil enthalten. Dieses Jahr werde aber sicher nicht gebaut, sagt der Stadtpräsident.

Wenn der Fussgängersteg entlang des Bahnviadukts ersatzlos wegfiele, müssten Personen, die vom Bahnhof Lichtensteig aus in den südlichen Teil der Gemeinde wollen, einen Umweg von etwa 400 Metern oder fünf Minuten bei normalem Marschtempo machen. Der kürzeste Weg führt in diesem Fall über die Stadtbrugg- und die Bahnhofstrasse.

Die Firma Strittmatter Partner aus St. Gallen, die für die Raumplanung Lichtensteigs verantwortlich ist, hat die Zahl der Benutzer des Fussgängerstegs ermittelt. Es seien rund 105 000 Personen pro Jahr, sagt Mathias Müller. Das sind fast 290 Personen pro Tag, wenn man nicht zwischen Werktagen und dem Wochenende unterscheidet.

«Sanierung nicht mehr möglich»

Die Medienstelle der SOB erklärt dazu, die Fussgängerstege über den Thurviadukt und den Alte-Strasse-Viadukt müssten ersetzt werden. Ihr Zustand lasse eine Sanierung nicht mehr zu.

Eine Studie für einen Ersatz sei fast fertig und solle mit der Gemeinde Lichtensteig noch im Mai diskutiert werden, antwortete Denise Debrunner, stv. Mediensprecherin der SOB.

Zurzeit sei der Wegfall des Steges kein Thema, wobei die Medienstelle gleich darauf hinweist, dass es während allfälliger Bauarbeiten eine Umleitung geben könne.

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