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100 Tage als Politneuling - Kurt Geser zieht eine erste Bilanz

In der Politik und bei einem ersten Resumé als Herisauer Gemeindepräsident geht Kurt Geser ungewöhnliche Wege.
Martin Schneider
Entlang des Höhenwegs resümierte Kurt Geser seine bisherige Amtszeit. Bild: Martin Schneider

Entlang des Höhenwegs resümierte Kurt Geser seine bisherige Amtszeit. Bild: Martin Schneider

Es war die grosse Politüberraschung in Herisau zum Frühlingsbeginn: Der Gemeindeangestellte und bisher politisch nicht in Erscheinung getretene Kurt Geser drängte Gemeindepräsident Renzo Andreani aus dem Amt. Seit dem Amtsantritt von Geser am 1. Juni sind 100 Tage vergangen. Der Gemeindepräsident nutzte diese Marke, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Dass ein Gemeindeangestellter seinen Chef politisch herausfordert und sich auch noch gegen diesen durchsetzt, kommt sicherlich nicht häufig vor. Dies habe zunächst auch für Verunsicherung in der Verwaltung gesorgt, sagt Kurt Geser, der zuvor als Bereichsleiter Bauberatungen und Baubewilligungen bei der Gemeinde Herisau tätig war. Viele hätten sich beispielsweise die Frage gestellt, wie es denn sein werde, sollte er die Wahl tatsächlich schaffen. Mittlerweile ist genau diese Situation eingetreten und Geser beschreibt die Zusammenarbeit als «konstruktiv». Denselben Begriff wählt Kurt Geser auch dann, wenn man ihn auf die Amtsübergabe von Renzo Andreani an ihn anspricht. Misstöne oder Spannungen aufgrund der ungewöhnlichen Situation will der Gemeindepräsident aber seit seinem Amtsantritt keine wahrgenommen haben.

«Nicht alles umkrempeln»

Ungewöhnlich war nicht nur Kurt Gesers Weg an die Spitze der Gemeinde, ungewöhnlich scheinen auch die Ansätze, die Geser wählt. Gesprächstermine mit den Medien zu seinem Amtsantritt lehnte er noch ab. Für die Bilanz über die ersten 100 Tage lud er zu einem Spaziergang vom ehemaligen Restaurant Egg entlang des Höhenwegs zum Gemeindehaus ein. Dabei stand auch die Frage im Raum, in welchen Bereichen der politisch unerfahrene Geser das Amt über- oder auch unterschätzt hat. «Überschätzt habe ich die Möglichkeiten, die ein Gemeindepräsident hat. Er kann bei Amtsantritt nicht alles umkrempeln.» Unterschätzt habe er die Aufgabe derweil nicht, dennoch sei er beeindruckt gewesen, in wie vielen Themenbereichen ein Gemeindepräsident einen Einblick und Überblick haben müsse. «In drei Monaten ist es daher auch noch nicht möglich, in allen Themenbereichen einen kompetenten Rucksack zu haben.» Es werde denn wohl auch ein ganzes Amtsjahr dauern, bis er in sämtlichen Aufgaben eines Gemeindepräsidenten sattelfest sei.

Die grossen Themen bleiben die gleichen

Viele der politischen Themen, die Kurt Geser für die kommenden Jahre für wichtig hält, waren bereits unter Renzo Andreani Dauerbrenner: Zentrumsentwicklung, Umgestaltung des Bahnhofsareals oder Ortsplanungsrevision. Inwiefern insbesondere bei der Zentrumsentwicklung neue Impulse von Kurt Geser kommen werden, wird sich erst noch zeigen, mit der Ankündigung von grossen Visionen hält er sich zurück. Als Anknüpfungspunkte nennt Geser aber die Idee eines autofreien Obstmarktes oder die Überprüfung eines neuen Standortes für die Verwaltung der Gemeinde, um das jetzige Gemeindehaus zu einem Treffpunkt für die Bevölkerung umzufunktionieren.

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