Appenzeller Bahnen: Verbinden, was zusammengehört!

Leserbrief «Ade, du stolze Appenzeller Bahn», Podium, 9. März 2010 Er war kurzweilig zu lesen und sehr gut formuliert, der Leserbrief von Martin Bruhin.

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Jörg Schoch ist VR-Präsident Appenzeller Bahnen AG (Bild: Quelle)

Jörg Schoch ist VR-Präsident Appenzeller Bahnen AG (Bild: Quelle)

Appenzeller Bahnen: Verbinden, was zusammengehört!

Leserbrief «Ade, du stolze Appenzeller Bahn», Podium, 9. März 2010

Er war kurzweilig zu lesen und sehr gut formuliert, der Leserbrief von Martin Bruhin. Deshalb hat ihn das Tagblatt gewiss auch im Forum vom 9. März 2010 auf Seite 2 der damaligen Ausgabe publiziert.

Dieser Leserbrief ist zusammen mit zahlreichen anderen Nachweis einer regen Debatte rund um das Projekt Durchmesserlinie (DML). Das zeigt uns, dass dieses grosse Infrastrukturprojekt der Appenzeller Bahnen wesentliche Teile der Bevölkerung beschäftigt und Emotionen auslöst.

Leider wurden aber in einigen Leserbriefen falsche Aussagen gemacht – beispielsweise über die Kosten des Projekts.

Dass die Baukosten der DML am Ende auf rund 300 Millionen Franken zu stehen kommen würden, ist ebenso falsch wie die Aussage, dass die neuen Fahrzeuge nicht billiger und komfortabler sind als die heute eingesetzten Zahnradfahrzeuge.

Bund finanziert mit

Wie die Appenzeller Bahnen am 17. Februar 2010 anlässlich einer Medienorientierung in St. Gallen erklärten, betragen die Infrastruktur-Baukosten des Projekts DML insgesamt rund 90 Millionen Franken.

Da das Projekt einen positiven volks- und betriebswirtschaftlichen Nutzen ausweisen kann, wird das Vorhaben vom Bund aus dem Infrastrukturfonds unterstützt.

Eine einmalige Chance

Die Appenzeller Bahnen rechnen mit rund 40 bis 45 Millionen Franken, die vom Bund getragen werden. Der definitive Parlamentsentscheid über diese Kostenbeteiligung steht noch aus. Die verbleibenden Kosten werden von den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden getragen.

Der exakte Kostenteiler ist derzeit noch in Arbeit. Der Zeitpunkt, wann die Vorlagen in den Regierungen behandelt werden, ist noch offen, wahrscheinlich ist, dass in Inner- und Ausserrhoden das Volk das letzte Wort hat. Im Kanton St. Gallen wird voraussichtlich der Kantonsrat darüber entscheiden.

Für die Appenzeller Bahnen sowie die Kantone St.

Gallen, Appenzell Ausser- und Innerrhoden ist die Durchmesserlinie also eine einmalige Chance, den Öffentlichen Verkehr mit Unterstützung des Bundes im Rahmen des Agglomerationsprogramms fit für die Zukunft zu machen.

Projektvorteile

Das Projekt selbst erhöht die Standortattraktivität der gesamten Region. Der Anschluss an den Taktfahrplan der SBB, die Modernisierung der Zugskompositionen, der neu mögliche Viertelstundentakt für die Linie St.

Gallen–Teufen mit der Option, diesen bis Gais zu verlängern, und die bauseitigen Verbesserungen an der Zugslinie bringen vielseitigen Nutzen mit sich und sichern den langfristigen Betrieb der Appenzeller Bahnen.

Für Teufner oder Gaiser Benützer der AB etwa verkürzt sich die Reisezeit an den Flughafen auf Grund der mit der DML verbesserten SBB-Anschlüsse um 23 Minuten.

Zudem werden die Strassen entlang der Durchmesserlinie vom Individualverkehr entlastet und diverse, teils gefährliche Bahnübergänge aufgehoben. Das führt für alle Verkehrsteilnehmer zu mehr Sicherheit.

Modernisierung

Wie wir bereits mehrmals erwähnt haben, ist eine Modernisierung mit gleichzeitiger Beschaffung von günstigeren und leiseren Niederflurzügen sowie ein verdichteter Viertelstundentakt zu Spitzenzeiten jedoch nur möglich, wenn die Zahnradstange in der Ruckhalde aufgehoben und durch einen rund 700 Meter langen Tunnel ersetzt wird.

An dieser Stelle seien auch zwei Vergleiche betreffend Kosten genannt: Ohnehin notwendiges neues Rollmaterial ohne Zahnradstangen kostet rund einen Viertel weniger als solches mit Zahnradtechnik, die Unterhaltskosten ohne Zahnrad reduzieren sich um rund 50 Prozent.

Gemeinsam zum Ziel

Dass mit einem solchen Grossprojekt nicht jedermann auf Anhieb einverstanden sein kann, ist uns klar. Das zeigen auch die Einsprachen – beispielsweise gegen das DML-Teilprojekt Ruckhalde.

Wir nehmen die Anliegen und Befürchtungen der Bevölkerung ernst und suchen gemeinsam mit unseren Projektpartnern nach Lösungen. Das Schüren von Ängsten und die Wiederholung von Falschaussagen – egal wie gut formuliert sie sind – tragen allerdings nicht dazu bei, für die nachfolgenden Generationen moderne Konzepte für den öffentlichen Verkehr zu finden.

Lassen sie uns also gemeinsam am Projekt DML arbeiten, damit verbunden werden kann, was zusammengehört.

Jörg Schoch

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