APPENZELL: Künstler will umstrittenen Halbmond versteigern

Mit der Mondsichel auf dem Alpsteingipfel Freiheit erhitzte der Innerrhoder Christian Meier die Gemüter. Am Dienstag muss die Halbmond-Skulptur nun verschwinden - wohin ist noch unklar.

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Der Halbmond wurde mit dem Helikopter auf den Berggipfel transportiert. (Bild: Christain Meier)

Der Halbmond wurde mit dem Helikopter auf den Berggipfel transportiert. (Bild: Christain Meier)

APPENZELL. Der Halbmond soll per Helikopter abtransportiert werden, was danach mit dem Kunstwerk geschieht, weiss Künstler Christian Meier noch nicht. "Ich habe bereits mehrere Anfragen von Privaten und Institutionen, die die Skulptur gerne haben möchten", sagt er gegenüber 20 Minuten. Nun überlege er sich aber auch, das Werk auf Ebay zu versteigern, so der in Shanghai lebende Appenzeller.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion und ohne Bewilligung hat Meier den rund drei Meter hohen Halbmond auf dem Alpstein installiert. In den Online-Foren und auf Facebook sind danach zum Teil erbitterte Diskussionen ausgebrochen. "Pfui!", "Bitte entfernen und reziklieren", "Unerwünscht!" oder auch "Eine gelungene Aktion!" stand in den Kommentarzeilen.

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Etwas Absurdes entgegensetzen
Dass die Mondsichel auf dem "Gipfel der Freiheit" steht und während knapp zweier Stunden pro Nacht leuchtet, erklärt der 38-jährige Innerrhoder so: "Wenn ich früher im Alpstein wanderte, fielen mir die Gipfelkreuze sehr negativ auf. Ich wollte ihnen als überzeugter Atheist etwas genauso Absurdes entgegensetzen." So kam vor rund drei Jahren die Idee mit dem Gipfel-Halbmond auf. Sie liess Christian Meier nicht mehr los, reifte heran und hat ihn selber so begeistert, dass er nicht nur sämtliche Materialkosten, sondern schliesslich auch den Transport per Helikopter aus dem eigenen Sack bezahlt hat.

Kulante Behörden
Die Polizei hingegen war alles andere als begeistert und äusserte Bedenken. Falls Neugierige die Installation aus der Nähe betrachten wollten, seien Auf- und Abstieg sehr gefährlich. Der Künstler selber hatte für die Installation keine Bewilligung eingeholt. Die Behörde waren aber sehr kulant und räumten ihm eine Woche Zeit ein, die Mondsichel, die auf einem provisorischen Gerüst aufgestellt ist, wieder abzutransportieren. (red.)