Coronatests
«Ab März ist mit einer massiven Zunahme von Coronamutanten zu rechnen»: Appenzell Innerrhoden führt Massentests beim Gesundheitspersonal und am Gymnasium ein

Das Gesundheitsdepartement des Kantons Appenzell Innerrhoden will flächendeckende Tests beim Gesundheitspersonal und am Gymnasium einführen. Dadurch sollen Übertragungsketten unterbrochen und damit Massenansteckungen verhindert werden.

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Nach den Sportferien werden am Gymnasium St.Antonius als Pilotmassnahme bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern Massentestungen auf das Coronavirus durchgeführt.

Nach den Sportferien werden am Gymnasium St.Antonius als Pilotmassnahme bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern Massentestungen auf das Coronavirus durchgeführt.

Bild: Donato Caspari

(tn/rms) Mit der Verbreitung der neuen Varianten des Sars-CoV-2 steigt auch die Gefahr der Ansteckungen. Speziell an Orten, an denen sich Menschen durchmischen, kann es zu Massenübertragungen kommen. Dies schreibt das Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Appenzell Innerrhoden am Freitag in einer Medienmitteilung. Kommunikationsverantwortliche Michaela Inauen führt aus:

«Nach Modellrechnungen der Experten ist ab März mit einer massiven Zunahme von Coronamutanten zu rechnen.»

Dieser Entwicklung wolle das Gesundheits- und Sozialdepartement nun mit Massentests präventiv entgegenwirken.

Besonders gefährdet sind Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen und sozialmedizinischen Institutionen. Mit regelmässigen Tests soll verhindern werden, dass das Coronavirus überhaupt in diese Institutionen kommt. Dazu würden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wöchentlich mit einem Speicheltest auf das Virus und dessen Varianten getestet. «Die Mitarbeitenden der Innerrhoder Gesundheitseinrichtungen – dazu zählen die Spitex, alle Alters- und Pflegeheime, das Spital Appenzell, die Klinik Hof Weissbad und das Behindertenheim Steig – werden bereits seit einer Woche getestet», sagt Inauen.

In der Mitteilung heisst es weiter, dass diese Tests voraussichtlich so lange durchgeführt würden, bis eine Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner vollständig geimpft ist.

Pilotprojekt mit Massentests am Gymnasium

Nach den Sportferien am Gymnasium St.Antonius werden als Pilotmassnahme bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern Massentestungen auf das Coronavirus durchgeführt. «Geplant ist, am Donnerstag, 25. Februar 2021, erstmals zu testen», sagt Inauen. Das Innerrhoder Gesundheitsdepartement argumentiert, dass Kinder und Jugendliche zwar nicht zu den primär gefährdeten Personengruppen zählen, das Virus jedoch übertragen können.

Weiter heisst es:

«Die hohe Durchmischung und grösstenteils asymptomatischen Krankheitsverläufe bergen Potenzial für Massenansteckungen.»

Um diese Gefahr zu minimieren, sei es essenziell, Trägerinnen und Träger des Virus frühzeitig zu identifizieren. Durch den Einsatz von regelmässigen Tests könne verhindert werden, dass nur noch Fernunterricht zum Einsatz komme.

Eltern bereits über Massentests informiert

«Gleichzeitig können mit dieser Massnahme Eltern und Grosseltern von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen geschützt werden.» Die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler wurden durch die Schule bereits informiert.

Die Massentests erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Kantonsarztamt und dem Labor des Spitals Appenzell. «Zu den Kosten können aktuell keine Angaben gemacht werden», sagt Inauen. Gedeckt werden sie allerdings vom Bund. Je nach Entwicklung der Lage und Erfahrung aus dem Pilot am Gymnasium sei vorgesehen, die Massnahme in weiteren Schulen einzuführen, so das Innerrhoder Gesundheits- und Sozialdepartement.

«Zusätzlichen Massnahmen zudem sind momentan keine angedacht. Die Lage wird laufend beobachtet und allfällige Möglichkeiten rasch geprüft.»