Nach Thurgau und den beiden Appenzell: Auch St.Gallen hebt das Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe auf

Einen Tag nachdem die Kantone Thurgau und Appenzell Ausserrhoden das bestehende Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe aufgehoben haben, ziehen Appenzell Innerrhoden und auch St.Gallen nach. Das Wasserentnahmeverbot aus den meisten Gewässern bleibt im Thurgau und St.Gallen hingegen bestehen.

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In den weiteren drei Ostschweizer Kantonen bleibt das Feuerverbot in Waldesnähe bestehen. (Bild: Hanspeter Schiess)

In den weiteren drei Ostschweizer Kantonen bleibt das Feuerverbot in Waldesnähe bestehen. (Bild: Hanspeter Schiess) 

(pd/bro/tn/lex) Für einmal sind die Regenfälle am Wochenende über das ganze Kantonsgebiet viel heftiger ausgefallen, als dies aufgrund der Prognosen letzte Woche abgeschätzt wurde, wie der Kanton St.Gallen in einer Mitteilung schreibt. «Die Messungen des Kantonsforstamtes erlauben eine Aufhebung des kantonalen Feuer- und Feuerwerksverbots im Wald und in Waldesnähe per 5. September.» Das Wasserentnahmeverbot bleibe aber vorerst noch bestehen.

In der vergangenen Woche kam es über dem gesamte Kantonsgebiet zu ergiebigen Niederschlägen. «Es fiel flächendeckend zwischen 40 bis 60 Millimeter Regen. Die Situation in den Wäldern konnte sich deutlich entspannen und die merklich tieferen Temperaturen sorgen mittelfristig für keine Verschlechterung der Lage», schreibt der Kanton weiter. Die Waldbrandgefahr habe sich auf «mässig» bis «erheblich» reduziert. Somit sei die Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements vom 24. Juli aufgehoben und es dürfe ab dem 5. September wieder im Wald und in Waldesnähe Feuer gemacht werden.

Ähnlich zeigt sich die Situation im Kanton Appenzell Innerrhoden. Wie die Innerrhoder Staatskanzlei in einer Medienmitteilung schreibt, seien über das vergangene Wochenende erhebliche Regenmengen niedergegangen. Grund genug auch für die Standeskommission, das bestehende Feuerverbot aufzuheben. Gleichzeitig wird die Bevölkerung aber gebeten, für das Bräteln im Wald die öffentlichen Feuerstellen zu benutzen. 

Wasserentnahmeverbot bleibt bestehen

In Appenzell Ausserrhoden und im Thurgau ist dies bereits seit gestern wieder erlaubt. Wie das Amt für Raum und Wald des Kantons Appenzell Ausserrhoden mitteilte, werde die momentane Brandgefahr im Wald generell nur noch «als mässig» beurteilt. «Das Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe wird deshalb aufgehoben.» Lokal, vor allem in Gebieten mit viel trockenem Unterholz oder viel Laub- und Nadelstreu auf dem Waldboden, sei die Waldbrandgefahr dennoch erheblich. Dort sei beim Feuer machen noch immer Vorsicht geboten, heisst es von Seiten des Kantons.

«Im Kanton Thurgau ist es nachdem die lang erwarteten, ergiebigen Niederschläge eingetreten sind, wieder erlaubt im Wald oder in Waldesnähe Feuer zu entfachen», schreibt die Thurgauer Staatskanzlei in einer Mitteilung. Zudem sei es merklich kühler geworden und am Morgen bildeten sich verbreitet Tau und Nebel. 

Gemäss Angaben der Thurgauer Kantonspolizei wurden während der Phase des Feuerverbots 51 Personen wegen Verstössen dagegen angezeigt. 

Im Gegensatz zum Feuerverbot hält der Kanton Thurgau wie der Kanton St.Gallen das Wasserentnahmeverbot aufrecht. Dies weil die Wasserführung in den Flüssen und Bächen weiterhin unter dem Durchschnitt liege. Von dieser Regelung sind der Bodensee, der Seerhein, der Untersee und der Rhein ausgeschlossen, heisst es in der Mitteilung weiter. 

Mindestens vier Meter Abstand zum nächsten Baum

Trotz Aufhebung des Feuerverbots warnen die Behörden beider Kantone die Bevölkerung: «Wir appellieren an die Selbstverantwortung eines jeden Bürgers und bitten um einen sorgsamen Umgang mit Feuer und Rauchwaren im Wald.» Das Benutzen der Feuerstellen und das Entfachen von Kleinfeuern im Wald und in Waldesnähe  liege in der Verantwortung des Entfachers. Feuer müsse ständig überwacht werden und dürfe daher nur in vollständig gelöschtem Zustand verlassen werden.

Die kantonale Waldgesetzgebung Appenzell Ausserrhoden gestattet das Feuern im Wald und in Waldesnähe an bewilligten Feuerstellen, falls keine Waldbrandgefahr herrscht. Auch an anderen geeigneten Stellen im Wald dürften kleine Feuer entfacht werden, sofern ein Abstand von mindestens vier Metern zum nächsten Baum eingehalten werde. 

Absolutes Feuerverbot in der ganzen Ostschweiz gelockert

Die beiden Appenzell, der Kanton Thurgau sowie der Kanton St. Gallen haben das absolute Feuerverbot gelockert. Damit ist unter anderem das Grillieren mit Holzkohle- und Gartengrills wieder gestattet. Das Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe bleibt in allen Kantonen weiterhin bestehen.
Rossella Blattmann