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Medikamentenbezug bleibt ein Knackpunkt - Ostschweizer Apotheker bekämpfen Ostschweizer Apotheken

Patientenapotheken an Kantonsspitälern treiben Ostschweizer Politiker um. In St.Gallen ist es eine Werbekampagne, im Thurgau sind es Pläne für eine neue Campus-Apotheke.
Regula Weik
Die Patientenapotheken an Spitälern sind eine Konkurrenz für private Apotheken. (Bild: Donato Caspari)

Die Patientenapotheken an Spitälern sind eine Konkurrenz für private Apotheken. (Bild: Donato Caspari)

Ostschweizer Ärztinnen und Ärzte können rezeptpflichtige Medikamente direkt in ihrer Praxis an die Patienten abgeben. Den Apothekern ist dies ein Dorn im Auge. Doch die Ärzte sind nicht die einzige Konkurrenz. Auch die Spitäler sind es. So soll derzeit eine «Werbekampagne» für die Apotheke auf dem Areal des Kantonsspitals St.Gallen laufen; mit einem Flyer würden Patientinnen und Patienten auf die Campus-Apotheke aufmerksam gemacht. Dies jedenfalls haben die Kantonsräte Andreas Hartmann (FDP, Rorschach), Christof Hartmann (SVP, Walenstadt) und Michael Schöbi (CVP, Altstätten) beobachtet. Die Kampagne stehe im Widerspruch zu früheren Aussagen der Regierung, halten die drei Politiker in einem Vorstoss im Kantonsparlament fest. Die Regierung habe stets betont, die Patienten seien frei, wo sie ihre Medikamente beziehen wollten – in der Apotheke auf dem Campus des Kantonsspitals oder in irgendeiner anderen Apotheke. Auf dem aktuellen Flyer sei davon keine Rede; die Patienten würden mit keinem Wort auf die Wahlfreiheit hingewiesen.

Die drei bürgerlichen Parlamentarier wollen denn auch wissen, wie die Werbekampagne finanziert wurde und ob dafür «allenfalls Mittel aus den steuerfinanzierten Staatsbeiträgen ans Kantonsspital» eingesetzt wurden. Noch woanders drückt die drei Politiker der Schuh: Wie wird konkret kontrolliert, dass keine Laufkundschaft mit Medikamenten versorgt wird? Die Regierung habe stets versichert, dass dies nicht passieren werde.

In der Tat hatte die Exekutive in ihrer Antwort auf einen früheren Vorstoss geschrieben: Die Campus-Apotheke beim Kantonsspital – sie ist im Backsteinhaus 03 untergebracht – sei eine reine Patientenapotheke und keine Publikumsapotheke, wie sie beispielsweise im Kantonsspital Luzern oder im Kantonsspital Aarau betrieben würden. So könnten sich dort nur Patientinnen und Patienten versorgen, die aus dem Spital austreten oder sich ambulant am Spital behandeln lassen. Zudem würden nur die von ihnen benötigten Medikamente abgegeben und auch diese nur für eine bestimmte Zeit, etwa bis zum nächsten Arztbesuch.

Die Campus-Apotheke, so die Regierung damals, sei «Bestandteil eines bedarfsorientierten und wettbewerbsfähigen Spitalangebots». Sie müsse ihre Tätigkeit «wettbewerbsneutral» ausführen, und ihre Einkaufskonditionen müssten dieselben sein wie für private Apotheken. So dürften keine Spitalpackungen zu günstigeren Konditionen abgegeben werden als dies privaten Apotheken auch möglich ist.

Den aktuellen Vorstoss hat die Regierung noch nicht beantwortet. Eines zeigt sich aber bereits heute: Die aufgeworfenen Fragen interessieren weit über Ärzte- und Apothekerkreise hinaus; 67 Mitglieder des Parlaments haben das Anliegen ihrer Kollegen mitunterzeichnet – womit über die Hälfte des Kantonsparlaments auf die regierungsrätlichen Ausführungen und Erklärungen wartet.

Kritik an Plänen am Spital Frauenfeld

Die Campus-Apotheken beschäftigen derzeit auch im Thurgau. Die kantonseigene Spitalpharmazie Thurgau AG plant die Eröffnung einer Patientenapotheke am Kantonsspital Frauenfeld. Die privaten Apotheken wehren sich dagegen. Ihr Protest kommt nicht von ungefähr: Seit 2014 betreibt die Spitalpharmazie eine Campus-Apotheke im Spital Münsterlingen – und dies bekamen die privaten Apotheken in der Region in ihrer Kasse zu spüren. Der Verkauf von rezeptpflichtigen Medikamenten bei Spitalaustritt sei ein wichtiges Standbein vieler Apotheken im Kanton. Fielen diese Einnahmen weg, könnten einige Apotheken kaum überleben.

Das Thema beschäftigt inzwischen auch die kantonale Thurgauer Politik. Sieben Grossräte haben dazu einen Vorstoss eingereicht. Der Thurgau habe eine der tiefsten Apothekendichten der Schweiz; die Pläne der Spitalpharmazie schwächten die Grundversorgung im Kanton weiter. Die Apotheker trügen heute und wohl in Zukunft wieder vermehrt zur Gesundheitsversorgung bei, da sich der Hausarztmangel verstärken werde, sagt die Kreuzlinger SP-Kantonsrätin Edith Wohlfender auf Anfrage. Sie befürworte daher, dass sich «die Apotheken im Gesundheitsmarkt stärker positionieren».

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