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APFELKÖNIGIN: Exotin greift nach «Sieger-Apfel» im Thurgau

Unter den sechs diesjährigen Finalistinnen befindet sich eine junge Frau, die gar nicht im Kanton Thurgau lebt: Ist das überhaupt erlaubt? Die Organisatorin und der Obstbauern-Präsident beziehen Stellung.
Arcangelo Balsamo
Wer Apfelkönigin werden will, muss nicht nur einen Bezug zum Kanton Thurgau haben, sondern auch zum Apfelanbau. (Bild: iStock)

Wer Apfelkönigin werden will, muss nicht nur einen Bezug zum Kanton Thurgau haben, sondern auch zum Apfelanbau. (Bild: iStock)

Arcangelo Balsamo

arcangelo.balsamo@tagblatt.ch

Seit letzter Woche steht fest, welche sechs Frauen im Finale zur Wahl der diesjährigen Thurgauer Apfelkönigin stehen. Betrachtet man die Liste der Finalistinnen, fällt auf, dass eine Kandidatin gar nicht im Kanton wohnt. Tiziana Costauro lebt in Rorschach. Dennoch könnte sie am 21. Oktober an der Olma zur Repräsentantin des Obstkantons gekürt werden. Eine Thurgauer Apfelkönigin, die nicht im Thurgau wohnt: Ist das überhaupt erlaubt?

Nadja Anderes, die Organisatorin der Wahl und Apfelkönigin 2012/2013, gibt zu, dass es durchaus speziell sei, dass nicht alle Finalistinnen im Thurgau wohnen. «In den vergangenen drei Jahren, seit ich bei der Wahl mitwirke, hatten wir diesen Fall noch nie.» Der Wohnort sei jedoch kein zwingendes Kriterium bei der Wahl: «Wichtig ist, dass die Kandidatinnen Berührungspunkte mit dem Kanton haben und in ihm verwurzelt sind.» Dies sei bei Tiziana Costauro der Fall.

Die 22-Jährige wuchs in Rickenbach bei Wil auf. Seit April 2017 wohnt sie in Rorschach. «Ich bin wegen meiner Arbeit dorthin gezogen.» Ihre Familie lebe aber weiterhin im Thurgau. Dort besuche sie diese oft, so die Finalistin. Ausserdem bezeichnet sich Tiziana als «waschechte Thurgauerin». Deshalb sei es während des Castings unter den Kandidatinnen auch kein Thema gewesen, dass sie mittlerweile im Kanton St. Gallen wohne und somit eine Art Exotin sei.

Die Organisatorin räumt ein, dass der Wohnort der 22-Jährigen ein Diskussionspunkt in der Jury gewesen sei. «Aber mit ihrer Art hat Tiziana die Juroren überzeugt und die anfängliche Skepsis widerlegt.» Zudem habe die junge Frau gesagt, dass sie nicht abgeneigt sei, eines Tages in den Thurgau zurückzukehren.

Präsident der Obstbauern vertraut der Jury

Ralph Gilg, der Präsident der Thurgauer Obstbauern, sagt, dass er gar nicht bemerkt habe, dass eine der Finalistinnen nicht im Kanton Thurgau wohne. «Das klingt speziell. Aber ich vertraue der Jury.» Ihm sei vor allem wichtig, dass die neue Königin einen direkten Bezug zum Thurgau und zum Apfelanbau habe. Den Bezug zum Kanton hat die 22-Jährige unter Beweis gestellt. Aber wie schaut es beim Thema Apfel aus? «Ich starte praktisch jeden Tag, indem ich einen Apfel esse», sagt Tiziana Costauro. Der Bezug zu Äpfeln ist also gegeben. Deshalb machte die Jury wohl eine Ausnahme und wählte sie unter die Finalistinnen.

In diesem Jahr bewarben sich mehr als 60 junge Frauen für das Amt der Apfelkönigin. So viele waren es bisher noch nie. «Wir waren von der grossen Anzahl ein wenig überrumpelt», sagt die Apfelkönigin 2012/2013. Dass der Anreiz, sich für das königliche Amt anzumelden, grösser sei als noch vor ein paar Jahren, liege vermutlich daran, dass die Titelträgerin unterdessen wirklich «lässige und spannende Auftritte hat und ernstgenommen wird», so Anderes. Deshalb überlegen sich die Organisatoren, die Bewerbungskriterien für die Wahl im nächsten Jahr leicht zu verschärfen. «Der Thurgaubezug muss wohl noch stärker gewichtet werden.» Bei den ersten Wahlen sei es hingegen möglich gewesen, mit einem kleineren Bezug zum Thurgau ins Finale zu kommen.

Eine Umfrage auf «Tagblatt online» zeigt derweil, dass die Leser kein Problem damit hätten, wenn die Apfelkönigin 2017/2018 nicht im Thurgau wohnt. Von 1781 Stimmen erhielt die Rorschacher Kandidatin bisher 22 Prozent und liegt auf Platz zwei hinter Marion Weibel (Zwischenstand am Montagabend).

Die sechs Finalistinnen gemeinsam mit der amtierenden Apfelkönigin: v.l. Deborah Neuhaus, Iris Lieberherr, Sara Zaugg, Apfelkönigin Angela Stocker, Tiziana Castauro, Lea Rutishauser und Marion Weibel. (Bild: pd)

Die sechs Finalistinnen gemeinsam mit der amtierenden Apfelkönigin: v.l. Deborah Neuhaus, Iris Lieberherr, Sara Zaugg, Apfelkönigin Angela Stocker, Tiziana Castauro, Lea Rutishauser und Marion Weibel. (Bild: pd)



Tiziana Costauro gehört zu den Finalistinnen, obwohl sie in Rorschach wohnt. (Bild: pd)

Tiziana Costauro gehört zu den Finalistinnen, obwohl sie in Rorschach wohnt. (Bild: pd)

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