Anwalt schummelt bei Kürzung von Rechtsschrift

LAUSANNE. Das Bundesgericht hat einen Entscheid des Verwaltungsgerichts St. Gallen bestätigt, das auf eine Beschwerde eines St. Galler Anwalts nicht eingetreten ist. Dieser hatte seine 55seitige Eingabe gemäss Aufforderung des Gerichts auf 25 Seiten reduziert, allerdings auf zweifelhafte Art und Weise.

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LAUSANNE. Das Bundesgericht hat einen Entscheid des Verwaltungsgerichts St. Gallen bestätigt, das auf eine Beschwerde eines St. Galler Anwalts nicht eingetreten ist. Dieser hatte seine 55seitige Eingabe gemäss Aufforderung des Gerichts auf 25 Seiten reduziert, allerdings auf zweifelhafte Art und Weise.

Anstatt seine vom Gericht als weitschweifig bezeichneten Darlegungen inhaltlich zu kürzen, wählte der Anwalt eine neue Schrift, reduzierte die Seitenränder und verkleinerte die Zeilenabstände. So hatten mehr als doppelt so viele Wörter auf einer Seite Platz. Weil die Aufforderung zur Straffung jedoch klar formuliert und begründet gewesen war, ist das Bundesgericht zum Schluss gekommen, dass das Verwaltungsgericht zu Recht nicht eingetreten war.

Die Beschwerde hatte der Anwalt in eigener Sache verfasst: Er war 2014 von der Anwaltskammer gebüsst worden, weil er nach der Einreichung eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung trotzdem Kostenvorschüsse erhoben und auch erhalten hatte. (sda)

Urteil 2C–204/2015