Ansprechbar trotz 4,3 Promille

Die St. Galler Stadtpolizei musste am Montag einen Mann ins Spital bringen, der stark alkoholisiert war. Sein Promillewert war der höchste, den die Polizei in den vergangenen fünf Jahren gemessen hatte.

Adrian Grzonka
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Gängiges Alkoholmessgerät. (Bild: ky)

Gängiges Alkoholmessgerät. (Bild: ky)

ST. GALLEN Am Montagnachmittag, kurz vor 14 Uhr, wurde die Stadtpolizei St. Gallen auf einen stark betrunkenen Mann aufmerksam gemacht. Der anschliessende Atemlufttest ergab einen Alkoholwert von 4,3 Promille. Nach Polizeiangaben soll der 45-Jährige in einer Telefonkabine geschlafen haben. Er wies Verletzungen an der Nase auf, die er sich bei einem Sturz zugezogen hatte. Da der Mann trotz des hohen Promillewerts ansprechbar war, wurde kein Rettungswagen gerufen. Mit Unterstützung der Polizei konnte der Betrunkene selbständig zum Polizeiauto gehen, mit dem er dann ins Spital gefahren wurde.

Laut Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei, werden derart hohe Blutalkoholwerte äusserst selten gemessen: «In den fünf Jahren, in denen ich bei der Stadtpolizei arbeite, hat es einen solchen Fall noch nie gegeben. Drei Promille kommen vor – aber selten.» Für Robert Sieber, Notfallarzt am Kantonsspital St. Gallen, deuten solche Werte auf «regelmässiges Trinken» hin. «Die meisten Leute wären bei solchen Werten bewusstlos und hätten Herz-Kreislauf-Störungen.» Die körperliche Grundkonstitution sei bei allen Menschen unterschiedlich und werde etwa vom Körpergewicht oder Geschlecht stark beeinflusst. Auch baue sich der Alkohol bei regelmässigem Trinken wesentlich schneller ab.