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ANSCHLAG IN DORTMUND: "Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen"

Der St.Galler Thomas Schaffner, der heute in Herisau wohnt, sass am Dientagabend in Dortmund im Stadion und wird heute Abend beim Nachholspiel wieder live dabei sein. Der 40-Jährige BVB-Fan besucht etwa zehn Spiele des BVB pro Jahr. Er lässt sich von einem Anschlag in seiner Freiheit nicht einschränken.
Thomas Schaffner am Tag nach dem Anschlag vor dem Kölner Dom: "Wir müssen zusammenstehen gegen Gewalt." (Bild: pd)

Thomas Schaffner am Tag nach dem Anschlag vor dem Kölner Dom: "Wir müssen zusammenstehen gegen Gewalt." (Bild: pd)

Thomas Schaffner, Sie waren gestern in Dortmund im Stadion. Wie haben Sie von den Explosionen erfahren?
Thomas Schaffner:
Wir waren etwa um 19.30 Uhr im Stadion und wussten dannzumal noch von nichts. Allerdings ging es dann nicht mehr lange, bis die ersten Nachrichten von Kollegen und Pushmeldungen über das Handy reinkamen. So erfuhr ich vom Anschlag auf den Mannschaftsbus und dass ein Spieler und ein Polizist dabei verletzt wurden. Ziemlich bald wurde dann im Stadion dahingehend informiert, dass es einen Zwischenfall gegeben habe. Um 20.30 Uhr war klar, dass das Spiel auf heute verschoben wurde. Das Stadion wurde in der Folge geordnet geräumt.

Gab es dabei irgendwann chaotische Situationen?
Schaffner:
Nein, gar nie. Wir haben keinen Tumult oder chaotische Situationen gesehen. Alles verlief ruhig und geordnet.

Hatten Sie irgendwann einmal Angst?
Schaffner:
Nein, ich hatte nie Angst, fühlte eher Betroffenheit und die Spieler im Bus haben mir Leid getan. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass die anderen Menschen im Stadion Angst hatten oder irgendeine Unsicherheit da war.

Finden Sie, dass Sie ausreichend informiert wurden?
Schaffner:
Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Informationen genau richtig waren so. Es war jederzeit klar, was jetzt die nächsten Schritte waren, nie brach Panik aus, es verlief alles geordnet.

Haben Sie sowieso geplant, in Dortmund zu übernachten oder mussten Sie noch kurzfristig ein Zimmer suchen?
Schaffner:
Meine Freundin und ich sind eine Woche hier in den Ferien, so haben wir kein Problem mit der Terminverschiebung oder der spontanen Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit.

Haben Sie je daran gedacht, das Spiel heute aus Angst vor einem erneuten Anschlag, nicht zu besuchen?
Schaffner: Nein, nie. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, hier dabei zu sein! Ich will mich von so einem feigen Gewaltakt nicht einschüchtern lassen. Wir müssen alle gegen Gewalt zusammenstehen und zusammenhalten. Die Voraussetzungen für die Spieler von Borussia Dortmund sind natürlich jetzt aber nicht gerade gut.

Wie fühlt man sich, wenn man plötzlich selber betroffen ist von einem Anschlag?
Schaffner:
Ich habe sicher intensiver darüber nachgedacht, wie schnell man in so etwas verwickelt werden kann. Und vor allem habe ich mitgefühlt mit den Spielern im Bus, die von der Explosion betroffen waren. Aber ich lasse mich in meiner Freiheit nicht einschränken! Es gibt nur eine Lösung in dieser Frage: Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen.

Interview: Christa Kamm-Sager

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