Anleger sollen um 50 Mio. Euro geprellt worden sein

Im Betrugsfall um die Liechtensteiner Finanzgruppe Money Service Group (MSG) und die Anlagefirma Samiv AG sollen Anleger um 50 Millionen Euro gebracht worden sein. Eine Sammelklage ist in Vorbereitung.

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Der Vertreter der Anleger, ein Vorarlberger Anwalt, sprach in einem Mediencommuniqué vom Donnerstag von etwa 3000 Samiv-Geschädigten. «Die Wahrscheinlichkeit, jemals die eingezahlten Gelder wieder zu bekommen, beurteilen wir als gering.»

Drei Verantwortliche haftbar

Laut dem Anwalt sollen deshalb drei Verantwortliche des mutmasslichen Betrugs persönlich für den Schaden haftbar gemacht werden.

Zu ihnen gehört der Gründer und Ex-Chef der Money Service Group, der Ende Juli in St. Gallen in Untersuchungshaft genommen wurde. Im Fokus der St. Galler Justiz steht die auf Anlageberatung spezialisierte Firma Samiv AG, die dem MSG-Gründer gehörte. Über sie wurde inzwischen der Konkurs eröffnet. Die Firma hatte ihren Sitz in Herisau und eine Zweigstelle in Rorschach.

Leere Versprechen

Gegen MSG läuft auch in Liechtenstein ein Strafverfahren. Der Staatsanwalt Robert Wallner hatte den Schaden auf mindestens 21 Millionen Euro beziffert. Es besteht der Verdacht, dass der MSG-Gründer seinen Kunden Anlagen in Rohstoffe und alternative Energien versprochen, aber nicht getätigt hat. Die MSG profilierte sich in der Öffentlichkeit als Sport-Sponsor, etwa der Schweizer Fussball-Super-League, des Formel-1-Rennstalls Sauber und des ehemaligen österreichischen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda. Die Verträge sind mittlerweile ausgelaufen oder wurden gekündigt. MSG soll im Sponsoring noch offene Rechnungen haben. (sda)

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