Anklage gegen Auftraggeber steht

Die Staatsanwaltschaft Ausserrhoden hat die Anklageschrift gegen den Rehetobler Bauern, der drei Schläger auf seinen Nachbarn hetzte, ans Kantonsgericht überwiesen. Noch immer ist unklar, wann der Fall vor Gericht kommt.

Ueli Abt
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REHETOBEL. Die Schläger kamen frühmorgens am 8. Juni 2010. Sie lauerten dem Rehetobler Bauern G. in seinem Stall auf und griffen ihn an. Dabei verletzten sie ihn schwerwiegend. Längst sind die drei Täter rechtskräftig verurteilt. Dem Auftraggeber der Tat, einem Nachbarn des Opfers, steht indessen die Gerichtsverhandlung auch gut vier Jahre nach der Tat noch bevor.

Drei Beschuldigte vor Gericht

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn und zwei Mittelsmänner erhoben. Am 16. September erfolgte die Überweisung der Anklage ans Kantonsgericht in Trogen, wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitteilt.

Laut Manuel Hüsser, dem zuständigen Gerichtspräsidenten, dürften alle drei Beschuldigten in derselben Verhandlung vor Schranken stehen. Ein Termin steht noch nicht fest. «Es ist unwahrscheinlich, dass die Verhandlung noch dieses Jahr stattfindet», so Hüsser. Dies dürfte erst Anfang 2015 der Fall sein. Die Anklage gegen die drei Beschuldigten lautet auf Anstiftung zum Angriff, zu qualifizierter einfacher Körperverletzung und zu Hausfriedensbruch. Einzelnen Beschuldigten werden zudem noch weitere Delikte vorgeworfen.

Einvernahmen wiederholt

Wie bereits früher bekannt wurde, hängt die bislang eher lange Verfahrensdauer einerseits mit der Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft zusammen: Diese entschied sich, zuerst die Prozesse gegen die Schläger zu führen, um auf der Basis der Gerichtsurteile den Auftraggeber und die Mittelsmänner anzuklagen.

Andererseits haben zudem ungültige Einvernahmen zu einer Verzögerung geführt: Der Verteidiger des beschuldigten Bauern Z. hatte geltend gemacht, dass sein Mandant an Einvernahmen der Mittelsmänner nicht habe anwesend sein können – somit habe er keine Fragen stellen können, wie dies die Strafprozessordnung aber vorsieht. In der Folge wurden die Einvernahmen diesen Juni wiederholt.

17 500 Franken bezahlt

Nach der Attacke lag Jakob G. tagelang im Spital, wo er mehrfach operiert wurde. Er hatte eine Gehirnerschütterung und mehrere Knochenbrüche erlitten. Mit diesem Resultat war Z., der für den Auftrag 17 500 Franken zahlte, offenbar nur bedingt zufrieden, wie aus teilweise publik gewordenen Protokollen hervorgeht: Z. hatte anscheinend verlangt, dass bei der Attacke auch Frau und Kinder nicht verschont werden. Der heute 60jährige Landwirt fühlte sich jahrelang von seinem Nachbarn verfolgt: Er glaubte, dass der deutlich jüngere G. nachts in seinen Stall schleicht und seine Kühe quält. Die Polizei fand auf dem Hof von Z. zehn Gewehre, die meisten davon in geladenem Zustand, Überwachungskameras und Stolperdrähte.