Angeblicher IS-Kämpfer soll in Kreuzlinger Asylzentrum gelebt haben

Monatelang soll ein angeblicher IS-Kämpfer in Asylzentren des Bundes in Altstätten und Kreuzlingen gelebt haben. Zur Verhaftung kam es am vergangenen Samstag.

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Die Flagge des IS. (Symbolbild: Hussein Malla/Keystone)

Die Flagge des IS. (Symbolbild: Hussein Malla/Keystone)

(lw) Nach seiner Festnahme im Bundesasylzentrum Kreuzlingen sitzt ein Mann, der aus Syrien stammen soll, in Ausschaffungshaft. Er wird verdächtigt, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein. Die Staatsanwaltschaft Thurgau plant, die Strafuntersuchung wegen illegaler Einreise mit einem Strafbefehl abzuschliessen. Das berichtet das Online-Portal «Crime Schweiz».

Zur Verhaftung sei es letzten Samstag gekommen, wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau eine Anfrage von «Crime Schweiz» bestätigt. Es laufe eine Strafuntersuchung wegen des Tatverdachts einer rechtswidrigen Einreise, wird Oberstaatsanwalt und Mediensprecher Marco Breu zitiert.

Aufgrund des Verdachtes einer Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung sei umgehend die Bundesanwaltschaft informiert worden. «Die Einvernahme durch die Kantonspolizei Thurgau erfolgte aus diesem Grund in Gegenwart von Beamten der Bundeskriminalpolizei», so Breu.

Ob es zu einem Verfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung kommt, ist aber unklar. Die Bundesanwaltschaft war am Sonntag für Auskünfte nicht zu erreichen. «Gemäss unserem Kenntnisstand verzichtete die Bundesanwaltschaft mangels ausreichendem Anfangsverdacht auf die Eröffnung einer Strafuntersuchung», sagte der Thurgauer Oberstaatsanwalt gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Heimleitung soll Polizei informiert haben

Der Mann war gemäss «Crime Schweiz» vor rund einem halben Jahr in die Schweiz eingereist. Zunächst sei er im Asylzentrum in Altstätten untergebracht worden. Zuletzt sei er ins Flüchtlingszentrum in Kreuzlingen verlegt worden.

Flüchtlinge im Asylzentrum hätten schnell den Verdacht gehegt, dass es sich beim Mann um ein IS-Mitglied handle. Sie hätten eine Beschwerde bei der Heimleitung eingereicht.

Ein Flüchtling habe den Syrer auf einem Foto wiedererkannt, dass den den Mann mit Bart und Uniform zeige. Die Heimleitung habe danach die Polizei informiert.

Grosse Aufruhr in den Medien

Der Fall habe auch in den türkischen Medien für Aufregung gesorgt, schreibt «Crime Schweiz». So habe das Online-Portal «Ahval» darüber geschrieben, wie die Tarnung des mutmasslichen IS-Kämpfer aufgeflogen sei.

In Altstätten und Kreuzungen soll es dem Syrer gelungen sein, die Heimleitung für sich zu gewinnen. Durch diese Verbindung sei es ihm möglich gewesen, Sonderaufgaben zu übernehmen, heisst es in den türkischen Medien.