ANERKENNUNG: Der Brodworscht-Orden

Die Jury der Ostschweizer Wochenzeitung «A» honorierte gestern Zivilcourage, Gemeinsinn und ausserordentliche Leistungen mit einer Olma-Brodworscht.

Regula Weik, Christoph Zweili
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Die Bratwurst kommt bei den Preisträgern und den Olma-Besuchern gut an. (Bilder: Urs Bucher)

Die Bratwurst kommt bei den Preisträgern und den Olma-Besuchern gut an. (Bilder: Urs Bucher)

Regula Weik, Christoph Zweili

ostschweiz@tagblatt.ch

Der Eritreer Tesfu Adanom (31) isst kein Schweinefleisch. Zum Glück steckt Kalb in der Olma-Bratwurst. Die mag er. Wie sein Arbeitgeber, der Illharter Bauer Markus Ramser, der ihn auf seinem Thurgauer Hof beschäftigt. Beide sind Träger des Brodworscht-Ordens, ausgewählt von einer Jury der Ostschweizer Wochenzeitung «A». Gestern holten sie ihn vor den Toren der Olma ab. Wofür sie konkret ausgezeichnet wurden, spielt für die beiden keine allzu grosse Rolle. Sie freuen sich über die Wurst – wie auch die höchste Stadtsanktgallerin Franziska Ryser. Der St. Galler Adrian Osterwalder beisst in die Wurst, die er «für den Mut und die Beharrlichkeit, das Tattoo trotz roter Zahlen neu auf dem Olma-Gelände inszeniert zu haben», erhalten hat. Schwarze Zahlen brachte die Neuauflage nicht – «jetzt lassen wir die Sache ruhen». Nico Stahlberg ist als Ruderer in einer Randsportart tätig, als Gesamtweltcupsieger aber äusserst erfolgreich. Der 25-Jährige aus Kradolf-Schönenberg freut sich über die öffentliche Anerkennung. Auch Guido Helg (66) strahlt: Der gelernte Käser aus Romanshorn erhielt die Lorbeeren für seinen kulinarischen Einfallsreichtum; er soll die begehrtesten Chnöpfli der Schweiz machen, drei Tonnen pro Woche – und das in einem Zwei-Mann-Betrieb. Wer viel arbeitet, sollte auch Zeit für Musse finden – und ist bei Carola Rohner aus Diepoldsau richtig: Sie bietet Malen für Laien an. Ihr Projekt «Ausgleichspinsel» im italienischen Konsulat ging am 7. Oktober zu Ende, über 500 Personen hatten teilgenommen. Dafür gab’s die Brodworscht. Olma-Direktor Nicolo Paganini meint derweil: «Ich brauche jetzt ein Bier.» Sein Mittagswunsch macht rasch die Runde. Seine Stimme ist etwas beschlagen – wen wundert’s nach dem grossen Eröffnungshappening vom Vortag. Er müsse heute «etwas einteilen», meint Paganini – ob bei Wurst oder Bier, lässt er offen.