An der Villa Wiesental nagt der Zahn der Zeit

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Geisterhaus Lautstarker Protest, ein kämpferischer Verein und 5000 Unterschriften für den Erhalt der Villa Wiesental: Das war einmal. Es ist ruhig geworden um die Villa, sehr ruhig. Vorläufig ist sie zwar gerettet. Doch tut sich derzeit wenig mehr, als dass ihr Sandstein bröckelt.

Vor über zehn Jahren sind die letzten Bewohner ausgezogen. Heute öffnen nur noch die Mitarbeiter der Securitas regelmässig die Türen. Etwa halbjährlich überprüfen Fachleute der Stadt den Zustand der schützenswerten Villa. «Wir stellen keine merkliche Verschlechterung fest», sagt Niklaus Ledergerber, der städtische Denkmalpfleger. Doch handle es sich um den «natürlichen Zerfall» eines Hauses, das nicht mehr bewohnt und gelüftet und dessen Sandsteinfassade nicht mehr unterhalten werde.

Die Eigentümerin, die HRS Real Estate AG, «wartet zu». Das sagt ihr Sprecher Sven Bradke. Neue Projekte würden derzeit keine aufgegleist. Zwei Anläufe hat die HRS bereits genommen. Laut Entscheid des Verwaltungsgerichts hätte die Villa Wiesental bei einem überzeugenden Neubauprojekt abgebrochen werden können. Doch der Stadtrat zeigte sich vom Projekt «Stadtkrone» 2013 nicht überzeugt. Und er lehnte 2016 auch den Gestaltungsplan für ein 25 Meter hohes Haus neben der Villa ab. Dafür berücksichtigte er die Villa in der Planung zum Areal Bahnhof Nord. Doch von dieser Planung zeigt sich die HRS laut Bradke «nicht begeistert». (cw)