Amphetamin mit Schüssler-Salz gestreckt

FELDKIRCH. «Was ich gemacht habe, dazu steh ich», sagt der 25-Jährige. Er lebt von der Sozialhilfe, hat bereits Vorstrafen – doch jetzt soll alles anders werden. Er will eine Familie gründen und eine Therapie machen, sagt er.

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FELDKIRCH. «Was ich gemacht habe, dazu steh ich», sagt der 25-Jährige. Er lebt von der Sozialhilfe, hat bereits Vorstrafen – doch jetzt soll alles anders werden. Er will eine Familie gründen und eine Therapie machen, sagt er. Sein einstiger Freund belastet ihn schwer, obwohl er sich selbst damit in Schwierigkeiten bringt. «Stimmt alles nicht», beteuert hingegen der Beschuldigte. Ein bisschen Hanf angebaut, ja, aber Aufputschmittel in Tirol verkauft, nein, das sei erfunden.

Eigenanbau von Cannabis

Der Angeklagte zog selbst Cannabispflanzen und erntete sie auch. «Es war ein ganzes Säckchen voll», erinnert sich der Zeuge. 435 Gramm Gras waren es genau. Was den Verkauf von Drogen betrifft, kommt das Gericht auf 630 Gramm Marihuana, 50 Gramm Amphetamin, ein paar Ecstasy-Tabletten und mindestens fünf Gramm MDMA-Pulver. Letzteres ist ebenfalls ein Aufputschmittel und lässt beispielsweise Nachtschwärmer ohne Mühe tanzen, bis sie vor Erschöpfung zusammenbrechen.

Harmlose Salze

Der Zeuge erzählt, wie sie Amphetamin einkauften und dazu Schüssler-Salze besorgten. Diese sind alternativmedizinische Präparate von Mineralsalzen in homöopathischer Dosierung, lässt sich im Internet nachlesen. Damit wurde der Wachmacher mit harmlosen Salzen gestreckt. «Wir verkauften das Gemisch in einem Innsbrucker Nachtclub und verdienten 2000 Euro», so der Belastungszeuge. Ihm glaubt der Richter letztlich: «Er belastet sich mit den Angaben selbst, und ich sehe keinen Grund, warum er falsche Mengen nennen sollte», so die Begründung.

Der Drogenverkäufer erhält vier Monate Haft auf Bewährung und 1440 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Den Verkaufserlös aus den Drogengeschäften in der Höhe von 9800 Euro kassiert der Staat. (ec)