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Am Summerdays ist es wie an einem Klassentreffen: Weshalb das Arboner Festival im Gegensatz zu anderen Open Airs floriert

Das Summerdays-Festival zieht seit Jahren verschiedene Generationen an den Bodensee. Dabei hilft auch ein anderer Schweizer See.
David Grob
Erfolgreich trotz hartem Verdrängungskampf: das Summerdays Festival am Arboner Hafen. (Bild: Urs Bucher (26. August 2017))

Erfolgreich trotz hartem Verdrängungskampf: das Summerdays Festival am Arboner Hafen. (Bild: Urs Bucher (26. August 2017))

Noch nie in der elfjährigen Geschichte des Summerdays Festivals bei der Hafenanlage in Arbon waren die 12'000 Tickets für den Samstag so schnell ausverkauft. Und auch für heute Freitag sind nur noch wenige Tickets erhältlich.

Der Festivalbetrieb brummt seit Jahren stärker als die Mücken am See. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Festivals in der Schweiz, die schon länger mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen haben. Das Open Air St.Gallen verzeichnete im dritten Jahr in Serie einen Besucherrückgang. Die Besucherzahlen der Festivals auf dem Berner Gurten und in Frauenfeld bleiben zwar stabil. Aber beide Open Airs sind nicht mehr so schnell ausverkauft wie in früheren Jahren. Generell gilt: Der Markt ist übersättigt.

Verschärfter Wettbewerb, horrende Gagen, teure Tickets

«Es herrscht ein Überangebot in Europa», diagnostizierte das Branchenblatt «Musikexpress» im Juni. Das gilt auch für die Schweiz: Mit rund 850 Festivals im Jahr weist das Land die höchste Festivaldichte des Kontinents auf. Entsprechend hart ist der Verdrängungskampf. Die Veranstalter überbieten sich nicht nur mit horrenden Gagen für Head­liner, auch mittelgrosse Acts können heute deutlich mehr verlangen. Diese Verschärfung des Wettbewerbs lässt wiederum die Ticketpreise steigen.

Warum also bleibt das Summerdays Festival seit Jahren erfolgreich? Fragt man bei den Veranstaltern nach, so kommt – natürlich – Eigenlob. Die «idyllische Lage» am See, das kulinarische Angebot, die Gestaltung des ­Geländes böten einen ansprechenden Mix. «Das Gesamt-Festival-Erlebnis hat fast Volksfestcharakter», schreibt Nora Fuchs, Mediensprecherin des Summerdays, auf Anfrage.

Auch für Christoph Bill, Präsident des Branchenverbands der Schweizer Konzert-, Show- und Festival-Veranstalter (SMPA), bietet das Summerdays eine gelungene Wohlfühlatmosphäre. «Es ist ein wunderschönes Festival.»

«Der Samstag ist familientauglich»

Atmosphäre und gutes Essen bieten auch andere Festivals – und sind trotzdem nicht so erfolgreich wie das Summerdays. Wo liegt also der Schlüssel zum Erfolg? Das Summerdays Festival positioniert sich anders als andere Festivals in der Ostschweiz: Das Open Air St.Gallen hat querbeet von Singer/Songwritern bis Electro alles Mögliche im Angebot; das Open Air Flumserberg lockt mit heiler Schlagerwelt; das Open Air Frauenfeld ist das Mekka für Hip-Hop-Fans. Das Summerdays setzt dagegen auf ein zweiteiliges Konzept: ein Abend Rockklassiker, ein Abend Familientaugliches. Herbert Grönemeyer, Bonnie Tyler und Procol Harum spielen am Freitag, Mark Forster, Bastian Baker und Stefanie Heinzmann am Samstag.

Der prominenteste Name in Arbon: Herbert Grönemeyer. (Bild: Keystone)

Der prominenteste Name in Arbon: Herbert Grönemeyer. (Bild: Keystone)

Für Bill bietet das Summerdays damit ein breit aufgestelltes, wenn auch «braves» Programm.

«Der Freitag wird zur Klassenzusammenkunft, der Samstag ist familientauglich für 10- bis 60-Jährige.»

Summerdays-Produktionschef Stefan Breitenmoser meint: «Eine solche Ausrichtung gibt es sonst in der Ostschweiz nicht.» Für Bill spielt auch die Grösse im Open-Air-Markt mehr und mehr eine Rolle. «Mittelgrosse, gut verankerte Open Airs wie das Summerdays können noch ausverkauft werden.» Bill, nebst seiner Funktion als SMPA-Präsident auch Gesamtleiter des Heitere Open Airs in Zofingen, verweist auf sein eigenes Festival: «Ich möchte nicht 25'000 Tickets verkaufen müssen.» Das «Heitere» hat eine Kapazität von 12'000 Besuchern pro Tag.

Eine Schwester im Berner Oberland

Seit 2017 steht der Erfolg des Summerdays auf einem weiteren Pfeiler. Das Festival am See bekam eine Schwester am Thunersee: Das Seaside-Festival in Spiez. Hinter beiden Festivals steht die Wepromote-Gruppe, zu der auch das Open Air St.Gallen gehört. Das Modell ist denkbar einfach: Konzept und Programm werden ganz einfach gespiegelt. Der Oldie-Abend mit Herbert Grönemeyer, Bonnie Tyler und Procol Harum – in Arbon am Freitag – findet in Spiez am Samstag statt. Und Mark Forster spielt am Freitag am Thuner- und am Samstag am Bodensee. Was in der Ostschweiz funktioniert, funktioniert auch im Berner Oberland: Das Seaside-Festival ist an beiden Tagen ausverkauft.

Am Freitag in Arbon, am Samstag in Spiez: Bonnie Tyler. (Bild: Keystone)

Am Freitag in Arbon, am Samstag in Spiez: Bonnie Tyler. (Bild: Keystone)

Dieses Filialen-Modell, das in Deutschland die beiden Festivals Rock am Ring und Rock im Park seit Jahren erfolgreich praktizieren, ist in dieser Form einzigartig in der Schweiz. Branchenkenner Bill spricht sein eigenes Festival an, das mit dem «Stars in Town» in Schaffhausen zusammenarbeitet.

«Aber weit selektiver als das Summerdays mit dem Seaside.»

Aufgrund der unterschiedlichen Festival-Ausrichtung bucht das «Heitere» nur einzelne Künstler zusammen mit dem «Stars in Town», das ebenfalls von Wepromote als Booking-Agentur mitveranstaltet wird.

Stefan Breitenmoser. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Stefan Breitenmoser. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Die Vorteile von Schwester-Festivals wie dem Summerdays oder dem Sea­side liegen auf der Hand: Künstler können mit einer Offerte doppelt gebucht werden. Ausserdem ist der Termin am zweitletzten August-Wochenende ideal, sagt Produktionschef Breitenmoser: «Der Termin liegt ausserhalb der Festivalsaison, aber noch nicht innerhalb der Hallensaison.» Doppelofferten würden es einfacher machen, grosse Künstler zu verpflichten. Kommt hinzu, dass die Reisedistanz zwischen Arbon und Spiez für internationale Künstler sehr kurz ist, für das Publikum aber gross genug, um nicht die gleichen Gäste anzulocken. Bill ergänzt: «Auf die Gage hat eine solche doppelte Offerte kaum einen Einfluss. Aber es hilft manchmal, gewisse Künstler überhaupt verpflichten zu können, wenn man mit zwei Konzerten die ganze Deutschschweiz abdecken kann.»

Ein erster Versuch in Süddeutschland scheiterte

Trotz aller Vorteile funktionierte das Konzept nicht immer. Bereits 2015 startete das Summerdays einen Versuch mit einem Schwester-Festival. Gleiches Logo, ähnlicher Name: Am Summernights Festival im süddeutschen Sigmaringen traten wie auch in Arbon Deep Purple und Sunrise Avenue auf. Doch der Publikumsaufmarsch blieb unter den Erwartungen, das Festival verschwand wieder.

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Frage 1 / 10

Beginnen wir mit den Ursprüngen des Summerdays.

Aus welchem Anlass ging das Summerdays-Festival im Jahr 2007 hervor?

Aus einer Bieridee, die an einem Stammtisch entworfen worden war.
Aus einem kleinen Open Air, das zuvor im Strandbad Arbon stattgefunden hatte.
Aus einem Musikfestival in der Arboner Altstadt.
Aus dem Open Air Tufertschwil.

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