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Am Skilift hängen St.Galler und Appenzeller

Hoppla, Nordosthang, Glatteisgefahr! Eigentlich ging es gestern um den Skilift Oberegg-St.Anton, der als technisches Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung ausgezeichnet worden ist.
Dieser Skilift ist ein nichtföderalistischer Freigeist – wie der Schnee. (Bild: Urs Jaudas)

Dieser Skilift ist ein nichtföderalistischer Freigeist – wie der Schnee. (Bild: Urs Jaudas)

Hoppla, Nordosthang, Glatteisgefahr! Eigentlich ging es gestern um den Skilift Oberegg-St.Anton, der als technisches Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung ausgezeichnet worden ist. Alles so weit erfreulich, wenn da im Artikel nicht der Verweis auf den zweiten denkmalpflegerisch bedeutenden Ostschweizer Lift gewesen wäre: den St. Galler Skilift Vögelinsegg, wie wir schrieben.

Fatal falsch! Das reklamierten etliche Zuschriften, ihr Tenor von verwundert-belustigt bis erbost. «Der Skilift Vögelinsegg gehört immer noch zu der Gemeinde Speicher AR, und sicher nicht zu St. Gallen», schrieb jemand, und mit trotzigem Ruf aus dem vermeintlichen Speckgürtel an die arroganten Städter: «Alles gehört Euch nicht…»

Was für ein Patzer, und das auf historisch schwer belastetem Boden: Immerhin hatten sich in der Schlacht bei Vögelinsegg vor 600 Jahren schon einmal St. Galler und Appenzeller die Schädel eingeschlagen (das heisst die Appenzeller den St. Gallern). Schon sahen wir – bleich vor schlechtem Gewissen – Lokalhelden in Speicher ihren föderalistischen Morgenstern schwingen.

Über die Kantonsgrenze

Nun hatten wir den Lift nicht aus Unwissenheit oder gar purer Lust an der Provokation St. Gallen zugesprochen, sondern ganz nüchtern gemäss der Zuteilung im Schweizer Seilbahninventar: «SG-SG-1-s Vögelinsegg, St. Gallen, Skilift» nennt sich das dortige «Objektblatt» mit allen Angaben, und bei Ort, Kanton heisst es unmissverständlich: St. Gallen, SG.

Die Beschreibung der Anlage beginnt wie folgt: «Östlich der Stadt St. Gallen respektive am Westrand von Speicher AR, genau über der Kantonsgrenze…» Nach einigem Hin und Her bei kommunalen Stellen die Bestätigung bei der Stadt: Der Lift verlaufe von AR nach SG, der untere Teil mit Kassahäuschen liege in Speicher, die Bergstation mit Besenbeiz auf Stadtgebiet. Dann – der Vermessungsbeamte Urs Hofmann und der Journalist studieren virtuelle Karten – genauer: 200 Meter Lift gehören St. Gallen, 250 Meter Speicher. Die präparierte Piste, die Snowboarder Hofmann selber befährt, liegt auf Appenzeller, aber man komme auch auf St. Galler Seite hinunter. Schliesslich meldet sich – mit Bielberner Dialekt – der schmunzelnde Chef der Genossenschaft Skilift Vögelinsegg, Christof Chapuis – und schildert die verzwickte Lage anhand des Bauern auf der Bergstation, der die Post aus Speicher erhalte und seine Kinder dort zur Schule schickte, aber in St. Gallen Steuern zahle.

Mehrheitlich St. Galler Grund

Zwar fühlten sich die Liftbetreiber klar Speicher zugehörig und stammten 80 Prozent der Genossenschafter von dort, doch gehöre «mehr als die Hälfte» des vom Skilift im Baurecht genutzten Grundstücks der Stadt, so der aus Lyss zugezogene Skiliftpräsident. «Von dem her ist die Angabe des Bundes richtig.»

Fazit der Aufregung: Der Lift gehört beiden, St. Gallern wie Appenzellern. Nettes Beispiel, dass statt der Morgensterne heute gemeinsam Bügel benützt werden: Als neue Aktuarin wurde soeben «die in Speicher aufgewachsene und nun in St. Gallen wohnhafte Manuela Rechsteiner gewählt.» Geht doch!

Marcel Elsener

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