Am Open Air geht es schnell zur Sache

Verdammt, schon so viel gebechert? Diese Frage provoziert ein schwebender Wasserhahn. Ein zweiter Blick zur Seite und man sieht sein eigenes Spiegelbild. Von weit her ist der Bass zu hören. Kaum zu glauben, dass man direkt neben der Bühne am Open Air Frauenfeld steht.

Viola Stäheli
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Die Jungs der Happylicious-Lounge verteilen vor der Hauptbühne Äpfel und Wasser. (Bild: Peter Kaeser)

Die Jungs der Happylicious-Lounge verteilen vor der Hauptbühne Äpfel und Wasser. (Bild: Peter Kaeser)

Verdammt, schon so viel gebechert? Diese Frage provoziert ein schwebender Wasserhahn. Ein zweiter Blick zur Seite und man sieht sein eigenes Spiegelbild. Von weit her ist der Bass zu hören. Kaum zu glauben, dass man direkt neben der Bühne am Open Air Frauenfeld steht.

«Die Happylicious-Lounge soll ein Entspannungsort sein», erklärt Martina Dumelin von der Perspektive Thurgau. Die Lounge ist ein Prototyp, der von der Perspektive Thurgau in Zusammenarbeit mit der Stadt Frauenfeld lanciert worden ist.

Nicht mehr unter Kontrolle

«Das grösste Problem an einem Open Air ist der übermässige Konsum von Rauschmitteln», sagt Dumelin. Die Besucher hätten sich dann nicht mehr unter Kontrolle. Das kann für sie und andere Festivalgänger gefährlich sein. So schützt sich eine betrunkene Person nicht mehr vor der Sonne. Oder es kommt öfters zu gewaltsamen Übergriffen, wenn Drogen im Spiel sind.

In der Happylicious-Lounge soll deshalb das Bewusstsein für die eigene Gesundheit gefördert werden und damit auch der gemässigte Konsum von Alkohol oder Marihuana. «Um das zu erreichen, haben wir verschiedene Schwerpunkte gelegt», sagt Dumelin. Beispielsweise verteilen die Helfer Äpfel, um nebst dem Fast-Food auch etwas Gesundes anzubieten. Oder es steht Wasser zur Verfügung, an dem sich alle bedienen können. Ein weiteres Herzstück ist der Spiegel. «Damit man sich selber auch mal sieht», erklärt Dumelin.

Auf den Zeltplätzen unterwegs

Dazu ist ein Infostand für Geschlechtskrankheiten eingerichtet. Mit lockeren Fragen können die Besucher ihr Wissen testen. Verschiedene Helfer sind zudem auf den Zeltplätzen unterwegs, um Kondome zu verteilen. «An einem Open Air geht es schnell zur Sache, da ist es wichtig, die Gäste für den Schutz zu sensibilisieren», sagt Dumelin.

Von Seiten der Besucher der Lounge ist ein positives Feedback zu vernehmen. Es sei eine coole Sache, vor allem das Wasser wird sehr geschätzt.

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