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Video

Am Olma-Umzug schenken für einmal nicht die Romands den Wein aus

Ob weiss, rot oder rosé: Im Mittelpunkt des Olma-Umzugs stand gestern Samstag der Wein. Doch auch der Gruyère-Käse hatte seinen Auftritt, ebenso wie ein kleiner Bub. Für Spannung sorgten zudem einige Pferdeäpfel. Im Video können Sie die bunten Trachten und die Musikgruppen rund um den Olma-Gast «Fête des Vignerons 2019» nochmals vorbeiziehen lassen.
Text: Marlen Hämmerli/Video: Raphael Rohner/Bilder: Ralph Ribi

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag» vom 14. Oktober. Die aktuelle Ausgabe lesen Sie hier.

Hinter dem Güterbahnhof ist kein Durchkommen mehr, jedenfalls nicht für Velofahrerinnen und Velofahrer. Ein Umzugswagen reiht sich an den nächsten, Männer und Frauen stehen in Gruppen zusammen, plaudern, lachen – und versperren den Weg. Es ist Samstagmorgen, in einer Stunde beginnt der Olma-Umzug. Zu Gast ist dieses Jahr kein Kanton, sondern der Wein.

So erstaunt es nicht, dass dieser bereits am frühen Vormittag die Hauptrolle spielt. Eine Gruppe trinkt Weisswein aus Plastikbechern, die nächste geniesst ihn gar aus Gläsern. Und die dritte? Die trinkt Kaffee aus Pappbechern. Lachend stehen einige Frauen und Männer beim Club Kugl vor einem Festbanktisch, vor ihnen Zopf und Confi. Daneben besammelt sich eine Gruppe, die überdimensionale Spielkarten aus Stoff unter den Armen trägt. Das müssen Les Couleurs sein. 36 Künstler, die sämtliche Farben eines Kartenspiels darstellen und als Höhepunkte angekündigt wurden.

(Bild: Ralph Ribi)
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50 Bilder

Die schönsten Bilder vom Olma-Umzug

Hinter dem Neumarkt und vor dem Rathaus erklingt Musik

Derweil bereiten sich die Umzugsteilnehmer nicht nur auf dem Güterbahnhofareal, sondern auch in der David­strasse vor. Hinter dem Neumarkt 3 erklingt Musik, vor dem Rathaus spielt eine Truppe auf. Zuschauer strömen vom Neumarkt und vom Bahnhof her in Richtung Bärenplatz. Schnell füllen sich die Reihen entlang der Vadianstrasse. Das Provisorium vor der Raiffeisenbank dient als Tribüne, das Sims des Textilmuseums als Sitzbank.

Dann beginnt der Umzug. Zuvorderst zwei Polizisten auf Töffs, gefolgt von drei Polizistinnen auf Pferden, wovon eines zum Auftakt ein paar Äpfel fallen lässt – ein Hindernis für alle nachfolgenden Gruppen.

«Jetzt kommt die Regierung», sagt eine ältere Frau: Die St. Galler Politprominenz zieht vorbei. «Ui, guck! Der alte Mann mit dem Handy, hoffentlich tritt er in den Pferdemist», raunt ein Mann. Doch er wird enttäuscht. Es folgen die Organisatoren der «Fête des Vignerons» und der Corps des Cent-Suisses, eine Truppe mit rot-weissen Kostümen und Hellebarden. Keiner von ihnen tritt in den Pferdemist. Der Gruyère-Käse ist gleich mit drei Gruppen vertreten. Darunter ein Pferdewagen, der beim Alpabzug das Käsermaterial transportiert. Die Wagenräder überfahren die Pferdeäpfel – ein süsslicher Geruch breitet sich aus.

Das Publikum begrüsst jede Gruppe mit kurzem Applaus, richtig Stimmung kommt aber nicht auf. Auch nicht als Les Couleurs vorbeiziehen. Normalerweise zeigen sie zu Musik «amüsante und hochwertige» Bühnenspiele, wie es im Programm heisst. Der Startpunkt des Umzugs ist ja auch keine Bühne.

Lacher heimst ein Mann mit Sprechrohr ein, der zu den Fifres et Tambours de Bâle gehört. Um die Musikanten vor dem Pferdemist zu warnen, stellt er sich breitbeinig davor, grinst das Publikum an und verkündet: «Attention! Il y a du fumier de cheval derrière moi.»

Der Wein hebt die Stimmung

Erst nachdem die Hälfte des Umzugs vorbeigezogen ist, wird Wein ausgeschenkt: nicht von den Romands, sondern von St. Gallern. Mit dem zweiten Ehrengast «St.Galler Wein» steigt auch die Stimmung. Ob es am Wein liegt oder daran, dass so mancher Zuschauer ein bekanntes Gesicht unter den Umzugsteilnehmern erkennt? Vielleicht liegt es auch daran, dass nun Kinder mitmarschieren. Ein kleiner Bub hat das Publikum sofort auf seiner Seite. Stolz trägt er sein Gewand, zieht einen Holzkarren, in dem ein kleines Mädchen sitzt, und winkt wie ein Grosser in die Menge. Hinter ihm wuseln als Fische verkleidete Kinder und verteilen Süssigkeiten. Es folgen Wagen, gezogen von Traktoren, Oldtimern und einer von vier riesigen Rindviechern. Und dann, nach 45 Minuten, ist der Umzug schon vorbei. Doch die Menschenmenge zerstreut sich nur langsam. Viele bleiben in Grüppchen stehen und schwatzen. Der Olma-Umzug ist wie die Olma ein Ort, um zu sehen, gesehen zu werden und sich zu treffen.

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