«Am Mittwoch darf ich bei <Aeschbacher> auftreten»

Erna Niedermann aus Flawil erhält den Prix Courage 2015. Die 70-Jährige rettete zwei Frauen aus der Thur.

Julia Nehmiz
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Erna Niedermann

Erna Niedermann

Herzlichen Glückwunsch zum Prix Courage, Frau Niedermann. Wie erlebten Sie die Preisverleihung?

Erna Niedermann: Schon dabei sein zu dürfen, war ein Riesenerlebnis für mich. Und dann noch zu gewinnen, damit hatte ich gar nicht gerechnet.

Dann waren Sie sehr überrascht?

Niedermann: Völlig. Erst als Pascale Bruderer in der Laudatio von zwei Geretteten sprach, dachte ich plötzlich, das muss ich sein.

Sie haben sich bestimmt gefreut.

Niedermann: Sicher, und wie! Ich habe eine Riesenfreude. Von der Familie kommen von überall her Gratulationen, auch auf der Strasse bin ich schon beglückwünscht worden.

Ihre Tat ist auch aussergewöhnlich. Sie haben zwei Frauen aus der reissenden Thur gerettet, obwohl Sie keine gute Schwimmerin sind.

Niedermann: Ich habe beim Spazieren gesehen, dass die jungen Frauen am Ertrinken waren. Ohne zu überlegen bin ich einfach in den Fluss gesprungen, um sie herauszuziehen.

Wissen Sie schon, was Sie mit den 15 000 Franken Preisgeld machen?

Niedermann: Gross überlegt habe ich das noch nicht. Ich dachte, ich frage vielleicht die eine der Frauen, ob sie Winterkleidung braucht, dann würde ich mit ihr einkaufen gehen. Meine Familie möchte ich zum Essen einladen. Und wissen Sie, ich wohne in einem alten Toggenburger Haus, da gibt es immer etwas zu renovieren.

Werden Sie jetzt noch feiern?

Niedermann: Im Moment will ich einfach ein bisschen sein. Ich dachte, der Trubel habe sich nach der Preisverleihung erledigt, aber es geht weiter. Am Mittwoch darf ich in der Fernsehsendung Aeschbacher auftreten. Danach wird es vielleicht wieder etwas ruhiger.