Am Friedensnobelpreis ein bisschen mitgewirkt

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Abrüstung Da ist eine aus allen Wolken gefallen: Annette Willi aus Wartau, Präsidentin von Ican Schweiz, hat nicht im Geringsten damit gerechnet, dass die internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, Ican, den Friedensnobelpreis erhalten würde. Gross war also die Überraschung, riesig die Freude. «Wir sind überaus froh über die Anerkennung für die über 400 Länderorganisationen, die sich seit Jahrzehnten für die Abschaffung von Atomwaffen einsetzen», sagt Willi. «Insbesondere, weil wir häufig als Idealisten oder Naivlinge beäugt werden.» Aber solche Organisationen, die sich für das Thema atomare Abrüstung einsetzten, seien in der heutigen Zeit besonders wichtig.

In drei internationalen Konferenzen hat Ican die humanitären Auswirkungen von Atomwaffen beleuchtet, auch die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes haben dazu Stellung bezogen. «Das Risiko für die Menschheit ist einfach zu gross», sagt Willi. «Unser Erfolg ist, dass es mit dem Atomwaffenverbotsvertrag eine neue internationale Norm gibt. Wir wollen erreichen, dass Atomwaffen als Massenvernichtungswaffen stigmatisiert und letztlich abgeschafft werden.» Natürlich passiere das alles nicht über Nacht, durch diesen Vertrag erhielten die Staaten jedoch mehr Druck. Dass Ican nach zehn Jahren Arbeit genau jetzt diese Auszeichnung erhalte, sei angesichts der wachsenden internationalen Spannungen und der zunehmenden Bedeutung von Atomwaffen in der internationalen Rhetorik gewiss kein Zufall.

Für Ican Schweiz arbeitet Willi ehrenamtlich

Seit 2013 ist Annette Willi für Ican tätig, im Jahr 2014 hat sie zusammen mit Maya Brehm Ican Schweiz gegründet. Als Präsidentin für diese Organisation arbeitet Willi in ihrer Freizeit, hauptsächlich abends und am Wochenende. Ehrenamtlich. Nach der Matura an der Kantonsschule Sargans im Jahr 2002, hat Willi Religionswissenschaften, Arabisch und Geschichte an den Universitäten Genf und Lausanne studiert. Reisen führten sie in den Jemen und nach Syrien. Nach dem Studium arbeitete Willi bei diversen Nichtregierungsorganisationen. Seit mehreren Jahren befasst sich die 34-Jährige mit Abrüstungsthemen.

Ihr Fokus als Präsidentin von Ican Schweiz liegt auf der Sensibilisierung der Schweizer Politik, insbesondere des Bundesrates, für das Thema atomare Abrüstung. Zu ihren weiteren Aufgaben zählen Lobbyarbeit und internationale Aktionen. Hauptberuflich arbeitet Willi in Genf im Bereich Kommunikation und Fundraising für die Nichtregierungsorganisation Geneva Call. Diese engagiert sich für den Schutz von Zivilpersonen in bewaffneten Konflikten.

Hoffnung auf Umdenken beim Bundesrat

Ändert sich durch die hohe Auszeichnung etwas für Annette Willi? «Durch den Friedensnobelpreis erreichen wir mehr Aufmerksamkeit und auch Legitimität gegenüber den Politikern», sagt sie. «Vielleicht hört man uns auch mehr und besser zu.» Ihre Hoffnung sei, dass die Auszeichnung für Ican auch beim Bundesrat zu einem Umdenken führe, «zumal dies im Einklang mit den humanitären Werten der Schweiz stehen würde». (uw)