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ALTSTÄTTEN: Nach Tod von Asylbewerber: Was geschah im Asylheim Altstätten?

Der Asylbewerber Nukri Z. musste sich für Fotos zur Feststellung seiner Identität bis auf die Unterhose entkleiden. Der Mann war angeblich bereits bei Eintritt krank und verstarb zwei Wochen später im Kantonsspital.
Andrea Plüss
Der Asylbewerber Nukri Z. befand sich etwa zwei Wochen im EVZ Altstätten. (Bild: Max Tinner)

Der Asylbewerber Nukri Z. befand sich etwa zwei Wochen im EVZ Altstätten. (Bild: Max Tinner)

Die Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) unterstehen dem Staatssekretariat für Migration (SEM). Von den Handyfotos, die eine Mitarbeiterin des EVZ von Nukri Z. gemacht habe, sei das SEM in der letzten Woche im Zusammenhang mit der Anfrage des «Blicks» gestossen, teilte Daniel Bach, Leiter Information und Kommunikation des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements und des SEM am Montag auf Anfrage mit.

Der Georgier habe auf Fotos «krank» ausgesehen

Am Sonntag hatte der «Blick» berichtet, ein 33-jähriger Georgier sei mit einem Privathandy fotografiert worden. Auf diesen Fotos habe der Asylbewerber bereits «krank» ausgesehen. Als sich dessen Gesundheitszustand verschlechtert habe, sei der Mann am 23. Januar ins Kantonsspital St.Gallen eingeliefert worden, wo er «kollabierte, reanimiert wurde», in der Folge eine «Hirnschädigung» erlitt und «wenig später» verstarb, heisst es im «Blick». Angaben zu dem verstorbenen Asylbewerber macht das SEM unter Hinweis auf den Datenschutz nicht. «Es wurden einige Bilder mit einem Handy gemacht», räumt Daniel Bach ein. «Die näheren Umstände sind Teil der Abklärungen». Ob die Fotos unerlaubt gemacht worden sind, könne er «nicht bestätigen». Es sei jedoch nicht üblich, dass sich Asylbewerber beim Erfassungsprozess bis auf die Unterwäsche ausziehen müssten.

«In absoluten Ausnahmefällen» können Fotos, die mehr als das Gesicht abbilden, gemacht werden; jedoch nur mit «ausdrücklichem Einverständnis des/der Asylsuchenden». Dafür gebe es «besondere Weisungen», teilt der Mediensprecher mit. Unter anderem «dürfen nur SEM-Kameras verwendet werden. Sind diese defekt oder nicht vorhanden, dürfen ausnahmsweise auch Handybilder gemacht werden», heisst es weiter. Werden Handybilder gemacht, «müssen (diese) aber sofort gelöscht werden, nachdem die Bilder in die geschützte Datenbank des SEM übertragen worden sind». Das SEM werde aufgrund dieses Vorfalls prüfen, «ob die Weisung ergänzt werden muss, was die Anwesenheit von SEM-Mitarbeitenden des anderen Geschlechts betrifft».

Vorfälle ähnlicher Art nicht bekannt

Zum Gesundheitszustand des verstorbenen Asylbewerbers bei Eintritt wie auch zur genauen Todesursache machte das SEM keine Angaben. Asylsuchende in Asylzentren hätten im Allgemeinen jedoch «jederzeit Zugang zu medizinischer Versorgung und ärztlichen Fachpersonen».

Konkret klärt das SEM ab, «unter welchen Umständen diese Bilder entstanden sind». Wie viele Mitarbeiter des EVZ Altstätten involviert seien, gibt das SEM nicht bekannt. Die Frage, ob dem SEM weitere Vorfälle ähnlicher Art aus Altstätten bekannt seien, verneinte Daniel Bach.
«Wir werden den Fall genau abklären und uns die Zeit nehmen, die wir dafür brauchen.»

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