ALTENRHEIN: Fliegermuseum will auch Oldtimer zeigen

Das Fliegermuseum in Altenrhein baut um. Ab 2019 will es nebst Flugzeugen auch Autos zeigen. Sie stammen unter anderem von einem Romanshorner Museum. Dieses wiederum hat Interesse an Lokomotiven.

Martin Rechsteiner
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Sie stehen in Altenrhein vielleicht bald beieinander: ein Jet der Marke Hawker Hunter und ein Sportwagen Vector W8 Twin Turbo. (Bild: PD)

Sie stehen in Altenrhein vielleicht bald beieinander: ein Jet der Marke Hawker Hunter und ein Sportwagen Vector W8 Twin Turbo. (Bild: PD)

Martin Rechsteiner

martin.rechsteiner@tagblatt.ch

Für Flugzeug-Fans ist das Fliegermuseum Altenrhein eine Fundgrube. Zahlreiche Maschinen aus früheren Zeiten können sie dort bestaunen. Zurzeit wird umgebaut: Zum alten Hangar kommt ein modernes, dreistöckiges Gebäude, die Eröffnung des neuen FFA-Museums (Flug- und Fahrzeugmuseum Altenrhein) ist auf Juli 2019 geplant.

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Neu soll auch das Museumskonzept sein. Mit einer Ankündigung lässt Wolfgang Bernecker, Manager des FFA-Museums, die Herzen von Olditmer-Liebhabern höher schlagen: In Altenrhein sollen künftig auch alte ­Luxus- und Sportwagen zu sehen sein. «Im neuen Gebäude wollen wir zu den Flugzeugen passende Autos stellen», sagt er. So könnten etwa Objekte aus derselben Zeit und mit den gleichen historischen Hintergründen kombiniert werden. «Oder zum Beispiel auch Autos und Flugzeuge, die sich in Form und Design gleichen.»

Edelkarossen von Sammlern

Die edlen Oldtimer wollen die Gebrüder Vonier zur Verfügung stellen. Die österreichischen Autosammler besitzen in Dornbirn das bekannte Rolls-Royce-Museum. Es wird ebenfalls von Wolfgang Bernecker geleitet. «Flugzeuge und Autos haben in ihrer Geschichte viel gemeinsam», sagt Bernecker. So habe Rolls-Royce früher Motoren für Propellermaschinen gebaut und sei heute führend bei Jetantrieben. «Die Gebrüder Vonier sehen das FFA-Museum als guten Ort, weitere Objekte aus ihrer Sammlung zu zeigen, zusätzlich zum Museum in Dornbirn.» Vor allem britische Autos aus der Sammlung werden in Altenrhein zu sehen sein, kündigt er an.

Doch sollen nicht alle der ­gezeigten Karossen aus österreichischem Besitz stammen. Das FFA-Museum hat auch einen ­Ostschweizer Sammler ins Boot ­geholt: die Autobau AG in Romanshorn. «Sie wird bei uns in ­Altenrhein ebenfalls Fahrzeuge ausstellen», sagt Bernecker.

Das bestätigt Fredy Alexander Lienhard. Er wird die Autobau AG im Januar von Vater und Rennfahrer Fredy Lienhard übernehmen. Die Firma verfügt über eine beachtliche Sammlung an Rennfahrzeugen und stellt diese im eigenen Museum aus. Lienhard gib sich visionär: «Wir haben eine enge Partnerschaft zum FFA-Museum. Das Ziel ist es, von einem Halbtages- zu einem Tagesbetrieb zu werden.» Besucher können in Zukunft also während einer Tageshälfte die Ausstellung in Altenrhein besuchen und das Museum in Romanshorn während der anderen. «Ein Kombi-Ticket der beiden Museen wäre möglich», sagt er.

Zusätzlich will Lienhard auch eng mit weiteren Ausstellungsstätten der Ostschweiz zusammenarbeiten. «Die Autobau AG führt ihrerseits Gespräche mit dem Locorama in Romanshorn, welches Schienenfahrzeuge zeigt», sagt er. «Eine Partnerschaft, vielleicht sogar mit einem Austausch von Objekten wäre möglich.»

«Keine Konkurrenz für Luzern»

Lokomotiven, Autos und Flugzeuge – gibt es am Bodensee bald ein zusammenhängendes Verkehrshaus? «Natürlich machen wir dem Original in Luzern keine Konkurrenz, am Bodensee sind wir ja weit weg», sagt Lienhard. Und das Projekt stecke sowieso noch in den Kinderschuhen, betont er. «Wir sind erst am Anfang in der Planung. Mehr Details können wir noch nicht nennen.» Das sagt auch Wolfgang Bernecker. Genaueres zur Zusammenarbeit des FFA-Museums sowohl mit den Gebrüdern Vonier als auch mit der Autobau AG will er im Januar bekanntgeben.

So lange müssen sich Ostschweizer Auto- und Flugzeug-Fans also mindestens noch gedulden. Und bis sie die edlen Old­timer der Strasse und der Lüfte miteinander betrachten dürfen, müssen sie mindestens noch bis 2019 warten. Oder nach Luzern fahren.