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Kommentar

Zur Bedeutung des Ostschweizer Herzstücks: Der Alpstein – eine Schweiz ohne Allüren

Das Tagblatt berichtet 7 Tage über die Menschen und das Leben im Alpstein. Chefredaktor Stefan Schmid mit Gedanken zur Bedeutung des Ostschweizer Herzstücks.
Stefan Schmid
Wanderer auf dem Hohen Kasten. (Bild: Michel Canonica)

Wanderer auf dem Hohen Kasten. (Bild: Michel Canonica)

Stefan Schmid. (Bild: Benjamin Manser)

Stefan Schmid. (Bild: Benjamin Manser)

Der Alpstein. Kindheitserinnerungen. Wie wir im Frühtau zum Seealpsee hochgestiegen sind. Am ersten Alpkiosk zur Linken gleich nach Wasserauen eine kleine Stärkung. Oben auf der Ebene die ersten Lichtstrahlen. Kuhgebimmel, der zarte Duft von Alpenrosen und Vergissmeinnicht in der Luft. Sonnencrème nicht vergessen!

Weiter hinauf auf die Meglisalp. Kaffee für den Vater, eine Ovomaltine für die Jungmannschaft. Dann endlich, das Tagesziel rückt in Sichtweite. Der Säntisgipfel, 2502 Meter über Meer. Was für eine Erhabenheit, was für ein Ausblick! Das gemäss ETH-Professor Albert Heim «schönste Faltengebirge der Welt» liegt zu unseren Füssen. Wenn nur diese Touristenmassen nicht wären!

Was das Berner Oberland für die Berner oder das Wallis für die Westschweizer ist für die Menschen in der Ostschweiz der Alpstein. Dieses inoffizielle Swissminiature zwischen Wildhaus und Appenzell, Hochalp und Rheintal. Sattgrüne Hügel. Vom Säntisriesen verstreute Bauernhöfe, vor denen gerne mal ein Bläss bellt. Einheimische, die in farbige Trachten gekleidet jodelnd vor ihren Hütten hocken. Kantige Berggipfel, gespickt mit heimeligen Gasthäusern und flotten Bähnchen, die auch jenen das Bergerlebnis ermöglichen, die nicht mehr so gut zu Fuss sind. Eine Schweiz ohne Allüren, pittoreskes Voralpenland, hier ist die Welt in Ordnung.

Unterwegs mit Senn, Gutjahr und Fritsche

Wer so schöne und gut erschlossene Berge hat, die zudem in Fahrdistanz zu urbanen Zentren liegen, dem bleibt ein Dornröschenschlaf auf Dauer nicht vergönnt. Im Alpstein wimmelt es von einheimischen Wanderern, asiatischen Reisegruppen und Instagram-Hipstern aus aller Welt. Einheimische sollen den weltberühmten Aescher weiterhin meiden, wird einem im hinteren Schwendetal beschieden. Ja, liebe Appenzeller, man kann nicht alles haben. Devisen und absolute Ruhe schliessen sich manchmal aus.

Nichtsdestotrotz bleibt der Alpstein ein Faszinosum, ein Wunder der Natur, gefühlte und geliebte Heimat für viele Ostschweizerinnen und Ostschweizer. Und nicht nur für diese.

Unsere Redaktion hat sich deshalb entschlossen, diese so schroffe wie liebliche Gegend mit ihren Bewohnerinnen und Besuchern eine Woche lang ins Zentrum der Berichterstattung zu rücken. Kommen Sie mit auf die Entdeckungsreise, auch wenn Sie schon unzählige Male im Alpstein unterwegs waren.

Wir besuchen, um nur wenige Beispiel zu nennen, Bergretter Hampi Schoop auf der Tierwies. Wir sind auf unserem Onlineportal live dabei, wie ein Ostschweizer den ersten der 128 Alpstein-Gipfel besteigt. Wir begleiten Nicolas Senn, Diana Gutjahr und Marco Fritsche auf der 84 km langen Alpstein-Königstour – und sind gespannt, ob sie es schaffen werden.

Der Berg und die Menschen

Wir erklären, warum es schweizweit keinen kälteren Ort gibt als den Gräppelensee. Wir zeigen Ihnen Orte im Alpstein, die sie noch nicht gekannt haben. Wir sind eine Nacht lang mit Fotografen im Gebirge unterwegs und wir besuchen das Hotel Säntis auf der Schwägalp, ein halbes Jahr nach dem Lawinenunglück vom vergangenen Winter.

Auf unseren Print- und Onlinekanälen dreht sich in den nächsten sechs Tagen fast alles um den Berg. Und um die Menschen, die ihn bevölkern. Ein Höhepunkt ist die 24-Stunden Reportage aus der Bollenwees. Oder lesen Sie das Porträt jenes portugiesischen Kellners, der sein Leben weitgehend im Drehrestaurant auf dem Hohen Kasten verbringt. Und schliesslich geben wir auch jener Flachländerin eine Stimme, die den Alpstein zwar mag, doch selber lieber unten am See bleibt. Soll es geben.

1922 wurden der Wetterwart und seine Frau oben auf dem Säntisgipfel ermordet. Im Juli 1935 fuhr die erste Bahn hinauf. Ein Kritiker der Kommerzialisierung schrieb damals ins Gästebuch: «Jeder kann kommen, total besoffen, /In Seidenstrümpfen: dem Salon entloffen. / AG wird der Säntis, es hat sein Bewenden, /Der Säntis besteht aus Dividenden.»

Die gute Person hat sich geirrt: Es sind weit mehr als nur Dividenden. Kommen Sie mit, wir zeigen es Ihnen.

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