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ALPSTEIN: Kartoffeln im Massenlager

Das Berggasthaus Aescher bietet keine Übernachtungen mehr an. Davon erhofft sich die Wirtefamilie mehr Ruhe nach den langen Arbeitstagen.
Simon Roth
Einzigartige Lage: Das Berggasthaus Aescher klebt unter einer 100 Meter hohen, überhängenden Felswand. (Bild: Benjamin Manser)

Einzigartige Lage: Das Berggasthaus Aescher klebt unter einer 100 Meter hohen, überhängenden Felswand. (Bild: Benjamin Manser)

Simon Roth

simon.roth@tagblatt.ch

Wer bereits jetzt damit liebäugelt, im Berggasthaus Aescher eine warme Frühlingsnacht zu verbringen, wird enttäuscht werden. «Wir bieten keine Übernachtungsmöglichkeiten an», erfahren Interessierte im Internet.

An mangelnden Gästen kann es nicht liegen. Leute aus aller Welt wissen um das Restaurant, das geschützt unter einer schroffen Felswand liegt. Seit Filmstar Ashton Kutcher auf Facebook ein Bild des Aeschers teilte, muss man als Tourist das Gasthaus im Alpstein gesehen haben. Von der US-amerikanischen Online-Zeitung «Huffington Post» wurde es gar zum «interessantesten Restaurant der Welt» gekürt. Das 200-jährige Haus beim Wildkirchli prangte schon auf der Titelseite der Zeitschrift «National Geographic». Und auch bei Reisegruppen aus dem asiatischen Raum ist der Aescher sehr beliebt. In Scharen finden sie zum «heemelige Beggaschthuus».

«Aescher soll bleiben, wie er ist»

Der Verzicht auf Übernachtungen sei für Einheimische ein Vorteil, sagt Bernhard Knechtle. Seit vier Jahren führt er den Aescher zusammen mit seiner Frau Nicole. Wegen der vielen Touristen aus aller Herren Länder hat er das Online-Buchungssystem für die Plätze im Matratzenlager bereits seit einem Jahr gesperrt. Auch so waren die 35 Schlafplätze meist gut belegt. Jetzt hat das Wirtepaar die Notbremse gezogen: Touristen seien willkommen, aber der Aescher soll auch an Wochenenden für Einheimische Platz bieten. «Da trampelten sich die Gäste oft auf den Füssen herum», sagt Knechtle. Und der Befehlston mancher Gäste störe ihn.

Der 32-Jährige hält nicht viel von Touristen, die die Annehmlichkeiten eines Privatzimmers mitten in der Bergwelt erwarten oder Gratiswasser für ihren Hund verlangen. «Das gibt es heutzutage nicht mehr!» Im vergangenen Herbst machte das Gasthaus Schlagzeilen, weil es für Zusatzbesteck zwei Franken verlangt hatte. Das werde weitergeführt, kündigt Knechtle an. Über die Zukunft sorgt sich der Bergwirt nicht. Er weiss um den Ruhm des Aeschers: «Sogar bei schlechtem Wetter kommen die Leute.»

Den freiwerdenden Raum unterm Dach will die Familie künftig für die Aufbewahrung von Nahrungsmitteln nutzen. Ausserdem braucht sie mit drei Kindern mehr Platz. «Möglicherweise kommen wir in ein paar Jahren auf den Entscheid mit den Übernachtungen zurück», sagt Knechtle. «Erstmals suchen wir nun aber die Ruhe am Abend.»

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