Alles selber gemacht

Zu Tisch

Rolf App
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Am Morgen sind sie in Altstätten auf dem Markt gewesen und haben dort angeboten, was sie auch im eigenen Restaurant verkaufen: Entenlebermousse zum Beispiel, eingemachte Goldmelissenblüten, hausgemachte Dip-Saucen – oder handgemachte Truffes. Das Prädikat «hausgemacht» begegnet einem oft, und weil Monika Zünd-Keller an diesem Abend zwischendurch Zeit hat, erzählt sie gern, was sie in ihrer Küche austüftelt und in ihrem Garten wachsen lässt – und wie schwer es ist, in diesen Zeiten mit ihrem kleinen Restaurant über die Runden zu kommen. Zusammen mit ihrem Mann, der den Service macht und sich bestens im Weinkeller und beim Käse auskennt.

Wie so oft entscheiden wir uns rasch für das Sechs-Gänge-Menu (zu 111.– ohne und 169.– mit Weinbegleitung, ohne Käse 98.–), zumal sich einiges davon auf der Karte wiederfindet. Mit einem Stück Saku-Thunfisch starten wir, setzen den Genuss mit Sellerieschaum und Kalbsspiesschen fort, bevor dann mit dem Skrei ein erster Höhepunkt auf unserem Tisch landet. Es ist dies, klärt uns Paul Zünd auf, ein sehr zarter Fisch aus Norwegen, den seine Frau mit orientalischer Tomatensauce und Nüssen angerichtet hat. Die anschliessende Variation vom Ostschweizer Geflügel – mit Ribelmais-Perlhuhn, Appenzeller Ente und Ribelmais-Poularde – ist ebenso ein Genuss wie die dazu gereichten, butter­zarten Kartoffelgnocchi. Der exzellente Käse und die Dessertvariation (mit, unter anderem, Schoggimousse, Apfel­sorbet, Crema Catalana und Cremeschnitte) runden den Abend ab. Und dann tauchen zum Café noch Friandises auf (zusammen zu 5.80) – selber gemacht, was sonst.

Unser Eindruck: Monika Zünd-Keller ist mit viel Fantasie und grossem Fleiss in ihrer Küche am Werk. Und mit ausgeprägtem Sinn für regio­nale, der Saison angepasste ­Produkte.

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Gasthaus zur Post, Rehetobel Dorf 6, Telefon 071 877 14 42 www.gourmetatelier.ch Offen: Mittwoch bis Samstag ab 18 Uhr Karte: Hauptgänge 24.– bis 52.–