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«All Souls» soll die Kirche füllen

Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen hat ihren ersten englischsprachigen Pfarrer fest angestellt. Dieser wird nebst den Reformierten auch Katholiken, Lutheraner, Methodisten und Baptisten betreuen.
Nina Rudnicki
Die evangelische Kantonalkirche will mit englischen Gottesdiensten neue Mitglieder ansprechen. (Bild: fotolia)

Die evangelische Kantonalkirche will mit englischen Gottesdiensten neue Mitglieder ansprechen. (Bild: fotolia)

ST. GALLEN. Jodlermessen, Popgottesdienste, Gospelfeiern und mehrsprachige Gottesdienste: Die Landeskirchen lassen nichts unversucht, um möglichst viele Gläubige anzusprechen. Im Kanton St. Gallen hat die Evangelisch-reformierte Kirche nun erstmals einen englischsprachigen Pfarrer aus den USA fest angestellt. Während dreier Jahre wird er das Projekt All Souls, also «alle Seelen», betreuen. Die Gemeinschaft trifft sich zu Gottesdiensten in den Kirchen Rotmonten und St. Mangen in der Stadt St. Gallen sowie um gemeinsam die Bibel zu studieren. Laut Andreas Ackermann, Mediensprecher der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen, besuchen im Schnitt 25 bis 30 Personen die englischen Gottesdienste, die seit Ostern angeboten werden.

Verschiedene Reformierte

«Während der dreijährigen Projektphase konzentrieren wir uns auf den Ballungsraum St. Gallen», sagt Ackermann. Dies, weil es wegen des internationalen Kontextes, etwa der Universität St. Gallen, viele englischsprachige Personen gebe. «Je nachdem, wie es läuft, ist denkbar, dass das Projekt nach der Pilotphase fixer Bestandteil einer städtischen Kirchgemeinde wird.»

Englischsprachige Gottesdienste mit Gläubigen aus der ganzen Welt bedeutet auch, dass sich Menschen verschiedener Konfessionen und konfessioneller Ausrichtungen begegnen. So gibt es etwa Katholiken, Lutheraner, Methodisten oder Baptisten, die die Gottesdienste von «All Souls» besuchen. Der neue St. Galler Pastor Scotty Williams ist Presbyterianer und kommt aus Louisiana. Problematisch findet Ackermann diese Durchmischung nicht. Er sagt: «Dies ist ein Zeichen der Offenheit einer Landeskirche.» Anderssprachige Gottesdienste und Kirchen gibt es in St. Gallen seit Jahrhunderten. Ein Beispiel ist die Eglise française protestante de Saint-Gall, die 1685 von St. Galler Handelsleuten für hugenottische Flüchtlinge gegründet wurde. Später gehörte die Beherrschung der französischen Sprache nicht zuletzt wegen des Textilbooms zum guten Ton in der gehobenen Gesellschaft. Bis heute wird die Eglise française durch die Industrie- und Handelskammer St. Gallen und beider Appenzell (IHK) mitgetragen.

Andere fremdsprachige Kirchen sind als Folge der Einwanderungswellen aus südeuropäischen Ländern wie Italien, Spanien und Portugal in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden. So gibt es im Kanton auch zahlreiche katholische anderssprachige Gottesdienste und Missionen. Im Thurgau in Sirnach gibt es etwa die Albanermission mit rund 6000 Mitgliedern aus rund zehn verschiedenen Kantonen. In der Stadt St. Gallen gehören rund 5000 Gläubige der Kroatenmission an. Und in Bischofszell gibt es seit den 1970er-Jahren eine Portugiesenmission.

Eine Reformierbar

Zählt man all diese religiösen Gruppen zusammen, kommt man gemäss dem Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut in St. Gallen auf über 200 verschiedene religiöse Gemeinschaften, Kirchen und spirituelle Bewegungen im Kanton. Den Austausch mit diesen Gemeinschaften, und genauso mit der breiten Öffentlichkeit, will die Evangelisch-reformierten Kirche im kommenden Jahr auch anlässlich des 500-Jahr-Jubiläums der Reformation fördern.

Andreas Ackermann sagt dazu: «Wir werden etwa mit einem zu einer <Reformierbar> umgebauten Fahrzeug durch den Kanton fahren und so mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen.»

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