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ALKOHOLKONSUM: Testkäufe zeigen: Jeder Dritte unter Sechzehn kommt im Kanton St.Gallen problemlos an Alkohol und Zigaretten

Wollen Jugendliche Alkohol oder Zigaretten kaufen, gelingt ihnen das in 33 Prozent der Fälle. Dies zeigen Testkäufe. Eine gesetzliche Grundlage, um gegen fehlbare Betriebe vorzugehen, gibt es nicht.
An Tankstellen ist es für Jugendliche schwieriger, an Alkohol zu gelangen als an Events. Dort können sie in 50 bis 70 Prozent der Fälle widerrechtlich Alkohol erwerben. (Bild: (Ralph Ribi))

An Tankstellen ist es für Jugendliche schwieriger, an Alkohol zu gelangen als an Events. Dort können sie in 50 bis 70 Prozent der Fälle widerrechtlich Alkohol erwerben. (Bild: (Ralph Ribi))

Aktuell gelingt es jedem dritten Jugendlichen, Zigaretten und Alkohol zu kaufen. Dies teilt das Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen mit. Besonders hoch sei die Verstossquote an Events. Dort liege sie bei 50 bis 70 Prozent. Restaurants, Bars, Detailhandel und Kioske würden sich aktuell im 30-Prozent-Bereich der Verstossquote bewegen. Dies ist massiv tiefer als vor drei Jahren: 2014 gelangten 70 Prozent der jugendlichen Testkäufern an Kiosken an Alkohol oder Zigaretten, aktuell sind es 28 Prozent. Bei Restaurants und Bars sank die Quote in derselben Zeit von 53 auf 34 Prozent, und im Detailhandel von 50 auf 28 Prozent. Mit 6 Prozent ist die Verstossquote bei den Tankstellen am niedrigsten.

Hauptgrund, weshalb gerade an Events Jugendliche leicht an Alkohol und Tabak kommen, sei im Bereich Jugendschutz nicht ausgebildetes Barpersonal. Dies sagt Martina Gadient, Fachbereichsleiterin Sucht und Sexual Health des kantonalen Gesundheitsdepartements. "Hier liegt die Verantwortung vor allem bei den Gemeinden. Sie könnten den Barbetreibenden beispielsweise nur dann eine Festbewilligung erteilen, wenn diese nachweisen können, dass die Mitarbeitenden geschult sind." Im Kanton St.Gallen bietet die Fachstelle Jugendschutz kostenlose Schulungen an.

Dass der Jugendschutz in Bars, Tankstellen und an Kiosken besser beachtet werde als vor vier Jahren, sei erfreulich. Ziel sei aber, dass die durchschnittliche Verstossquote auf 0 bis 20 sinke. Auf gutem Weg befinden sich die Tankstellen. "Sie schneiden so gut ab, weil sie seit längerem bereits durch die Erdölvereinigung getestet werden. Sie sind daher besonders sensibilisiert auf das Thema Jugendschutz", so Martina Gadient. Das Beispiel der Tankstellen bestätige daher die nachhaltige Wirksamkeit regelmässiger Testkäufe. Flächendeckend durchgeführt, würden diese Wirkung zeigen. Einige Gemeinden würden gute Beispiele abgeben. In Gossau, Mosnang, Jonschwil und Rüthi beispielsweise lag die Verstossquote 2016 bei Null.

Die gesetzliche Grundlage für polizeiliche Testkäufe fehlt

Durchgeführt werden die Testkäufe vom Blauen Kreuz St.Gallen-Appenzell, im Auftrag der Gemeinden sowie der Fachstelle Jugendschutz. Eine erwachsene Begleitperson geht jeweils zusammen mit Jugendlichen unter 16 Jahren zu Tankstellen, Restaurants, Detailhandel-Geschäften und an Events. Mehr als die Hälfte aller St.Galler Gemeinden nutzen das Angebot. "Das ist ein grosser Erfolg. Das Thema ist in der Öffentlichkeit stärker verankert, das Bewusstsein für die Problematik geschärft", sagt Kathrin Amann von der Fachstelle Jugendschutz.

Eine gesetzliche Grundlage für polizeilich begleitete Alkohol- und Tabak-Testkäufe gibt es im Kanton St. Gallen nicht. Auch können fehlbare Betriebe nicht gebüsst werden, heisst es in der Mitteilung. Allerdings seien auf nationaler Ebene parlamentarische Bestrebungen im Gange, um Testkäufe gesetzlich zu verankern.

Sucht im Erwachsenenalter vorbeugen

Testkäufe dienen gemäss Mitteilung dazu, den Schutz der Jugendlichen zu erhöhen. Je früher junge Menschen Suchtmittel konsumierten, desto grösser sei später das Risiko, abhängig zu werden. Bei den Test würden die Gemeinden zwischen sieben und zwölf Betriebe festlegen. Diese werden vorab über mögliche Testkäufe informiert. Sie erfahren allerdings nicht, wann genau Testkäufe durchgeführt werden. Komme es dennoch zu einem Verstoss, könne der jeweilige Gemeinderat gemeinsam mit dem fehlbaren Betrieb nach Lösungen suchen. Verbessere sich die Situation nicht, könnte eine Konsequenz der Einzug des Wirtepatents sein. "Bei richtiger Schulung und Sensibilisierung soll es aber erst gar nicht so weit kommen", sagt Kathrin Amann. (sk/al)

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