Alkohol-Testkäufe laufen weiter

Ein Bundesgerichtsurteil verbietet Drogen-Scheinkäufe und damit die erfolgreiche «Aktion Ameise». Mit dem Urteil sind auch Alkohol-Testkäufe in Frage gestellt. Diese werden aber vorläufig nicht gestoppt.

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Polizisten dürfen Dealer nur noch in Uniform verhaften. Scheinkäufe in zivil sind nicht mehr erlaubt. (Bild: ky/Gaetan Bally)

Polizisten dürfen Dealer nur noch in Uniform verhaften. Scheinkäufe in zivil sind nicht mehr erlaubt. (Bild: ky/Gaetan Bally)

St. Gallen. Mit Bekanntwerden des Bundesgerichtsurteils hat die St. Galler Kantonspolizei die Drogen-Scheinkäufe im Rahmen der «Aktion Ameise» gestoppt. Anders sieht es bei den Alkohol-Testkäufen aus: Diese laufen weiter. Das Bundesgerichtsurteil könne nicht einfach so auf Alkohol-Testkäufe angewendet werden, sagt Alfred Schelling, Kommandant der St. Galler Kantonspolizei.

Anders als die Drogen-Scheinkäufe werden die Alkohol-Käufe von Jugendlichen, und nicht von Polizisten durchgeführt. Die Alkoholtestkäufe sollen nach Meinung von Schelling erst gestoppt werden, wenn ein entsprechender Gerichtsentscheid vorliegt.

Thomas Hansjakob, Erster St. Galler Staatsanwalt, kritisiert den Bundesgerichtsentscheid zu den Drogen-Scheinkäufen: «Das Gericht interpretiert meines Erachtens den Willen des Gesetzgebers falsch.» Er befürchtet, dass die offene Drogenszene zurückkehren wird. (red.)

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