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Glosse

UFOs im Linthgebiet - der Bundesrat klärt auf

Der Bundesrat hat über den nächtlichen Fluglärm im Linthgebiet nachgedacht – und bringt endlich Licht ins Dunkel. Aber nicht alle Rätsel sind gelöst.
Adrian Vögele
Bild: Getty

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Jedes Kind weiss: Wenn ein UFO auftaucht, ist das ein Fall für die Regierung. Hollywood hat das ja zur Genüge kundgetan. Also ist es höchste Zeit, dass der mysteriöse nächtliche Fluglärm, der schon vor eineinhalb Jahren das Toggenburg und Linthgebiet in Aufregung versetzte, nun endlich auch den Bundesrat ein bisschen beschäftigt. Nationalrätin Barbara Keller-Inhelder (SVP/SG) konfrontierte die Regierung mit Klagen besorgter Bürger – der Lärm lasse Häuser und Balkone vibrieren.

Aliens waren diesmal nicht am Werk. Wer dann? Genau, Hollywood weiss Rat – die Sowjets. Sie haben vor Jahrzehnten ein paar Flugzeuge gebaut, die sich der typisch sowjetischen, akustisch etwas aufdringlichen Langlebigkeit erfreuen. Die Maschinen fliegen heute für die ukrainische Cavok Air, stets gut getarnt in einer schwarzen Abgaswolke. Diese Veteranen können sich, auch wenn sie auf 7000 Metern Höhe unterwegs sind, mit einem «dumpfen Brummen» am Boden bemerkbar machen, wie der Bundesrat schreibt. Reife Leistung – kein Wunder, hat eine deutsche Zeitung die Flotte der Cavok Air als «fliegende Rasenmäher» bezeichnet.

Natürlich wird dort oben kein Gras geschnitten. Aber es werden auch keine Flüchtlinge transportiert, wie das Keller-Inhelder befürchtete. Auf ihren Flügen über Europa und Afrika hatte die Cavok Air etwa Turbinen, Autoteile und Hilfsgüter an Bord. Nun ja – für ein spannendes Drehbuch (oder für Wahlkampf) reicht das noch nicht. Und das Lärmproblem bleibt ungelöst. Schon 2016 beteuerte die Cavok Air auf Anfrage unserer Zeitung: «Alle unsere Flugzeuge sind geprüft.» Fragt sich nur, von wem. Vielleicht war da ja doch ein Ausserirdischer zugange – bewaffnet mit unterirdischen Vorschriften und Ohropax.

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