Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Algen im Bodensee: Giftgrün - aber harmlos

An einigen Orten rund um den Bodensee riecht es zurzeit streng. Grund dafür sind Algen, die beim sonnigen Wetter gut gedeihen. Die Wasserqualität beeinträchtigen die Pflanzen aber kaum.
Silvan Meile, Tim Frei, Sandro Büchler
Der tiefe Wasserstand bringt am Hafen in Ermatingen Algen zum Vorschein. (Bild: Andrea Stalder)

Der tiefe Wasserstand bringt am Hafen in Ermatingen Algen zum Vorschein. (Bild: Andrea Stalder)

Der Bodensee führt so wenig Wasser wie selten. Mehr als 80 Zentimeter unter dem sommerlichen Durchschnittswert liegt der Pegelstand. Der sehr tiefe Wasserstand fördert an verschiedenen Uferstellen Algen und Seegras an die Wasseroberfläche, was bei den heissen Temperaturen zu faulen beginnt. Das steigt in die Nase. Mancherorts entlang des Sees riecht es derzeit unangenehm.

«Den Algen gefällt das warme Wetter», sagt Heinz Ehrmann, Leiter der Abteilung Gewässerqualität beim Thurgauer Amt für Umwelt. Lukas Taxböck, Gewässerbiologe beim Amt für Wasser und Energie des Kantons St. Gallen erklärt:

«Hohe Temperaturen und viel Licht begünstigen in stehenden Gewässern allgemein das Wachstum von Algen»

Und aufgrund der tiefen Pegelstände ist das Seegras derzeit besonders gut sicht- und riechbar. Die Wasserpflanzen machen sich nicht nur am Bodensee bemerkbar. Kleine Seen und Weiher schimmern dadurch sogar giftgrün.

Das Badewasser hat eine gute Qualität

Auch wenn sie schlecht riechen und giftig aussehen, gefährlich sind sie nicht. Algen seien für Badegäste zwar unangenehm, auf die mikrobiologische Badewasserqualität hätten sie aber keinen Einfluss, sagt der Thurgauer Kantonschemiker Christoph Spinner. Während des Sommers entnimmt das kantonale Laboratorium Thurgau jeden Monat bei 34 öffentlichen Badeplätzen an Seen, Weihern und am Rhein Wasserproben. «Es geht dabei um die Frage, ob Baden für die Leute gesundheitlich bedenklich ist», sagt Spinner.

Eine Gefahr könnte die Belastung durch Salmonellen oder Fäkalkeime darstellen. Die aktuelle Situation im Thurgau zeige sich aber erfreulich. Derzeit sei bezüglich Bakterien alles im grünen Bereich. An keinem Badeplatz muss das Labor Empfehlungen abgeben oder sogar Warnungen wegen unzureichender Wasserqualität aussprechen. Zudem sagt Spinner:

«Die starke Sonneneinstrahlung hilft sogar, Bakterien abzutöten»

Ähnliches ist aus Appenzell Ausserrhoden zu vernehmen. Auf die Wasserqualität der dortigen Fliessgewässer hat die Trockenheit einen positiven Einfluss. «Die biologische Aktivität in den Gewässern ist bei diesen Bedingungen hoch. Verschiedenste Algen, Fischnährtiere und andere Organismen filtern Schmutzstoffe, aber auch Keime aus dem Wasser», sagt Karlheinz Diethelm, Amtsleiter Umwelt. Der ausbleibende Niederschlag begünstigt die Wasserqualität ebenfalls: «So wird von aussen kaum Schmutz in die Gewässer gespült.» Spinner ergänzt: «Gewitter und starke Winde können vorübergehend eine geringfügige Verschlechterung der Wasserqualität herbeiführen.»

Einwandfreies aber knappes Trinkwasser

Auf die Trinkwasserqualität haben die hohen Temperaturen und die tiefen Pegelstände kaum Auswirkungen. Marcel Steiger von der Regionalen Wasserversorgung St. Gallen AG (RWSG) sagt: «Das Trinkwasser der Stadt St. Gallen wird 60 Meter unter dem Seespiegel des Bodensees gewonnen – bei sechs Grad. Die Qualität des Wassers aus dieser Tiefe ist konstant.» Allenfalls könne es kurzzeitig eine leichte Trübung aufweisen, diese sei aber unbedenklich. Da die Stadt ihr Trinkwasser ausschliesslich aus dem Bodensee bezieht, sind auch die rund 130 Brunnen der Stadt in Betrieb. Bis auf eine Handvoll, die ihr Wasser umwälzen, kann aus allen gefahrlos getrunken werden. «Brunnen ohne Trinkwasser sind aber gekennzeichnet», so Steiger.

Anders im Toggenburg: Hier wurde ein Grossteil der Brunnen abgeschaltet. Wasser sparen, lautet die Devise. «Die Hälfte des Trinkwassers muss Wattwil zurzeit von den Nachbargemeinden beziehen», erläutert Thomas Martin vom Thurwerk Wattwil. Er appelliert an einem vernünftigen Umgang mit Wasser. «Es gibt noch immer Leute, die ihren Rasen sprengen oder das Auto mit Wasser reinigen.» Qualitativ sei das Trinkwasser aus Quell- und Grundwasserquellen aber auch während der Trockenperiode einwandfrei.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.