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SVP weiterhin klar stärkste Kraft, Würth knapp vor Rechsteiner: So würden die St.Gallerinnen und St.Galler heute wählen

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen für den Ständerat und die Rückkehr der Umweltparteien in den Nationalrat. Dieses Bild zeichnet eine Umfrage.
Noemi Heule

Die Farbe des Wahlherbstes ist grün. Landesweit wird den Grünen und den Grünliberalen eine triumphale Wahl vorausgesagt. Diese Prognose dürfte auch für den konservativ geprägten Kanton St.Gallen zutreffen, wie eine Umfrage der Forschungsstelle Sotomo zeigt. Demnach können die Grünen gegenüber 2015 um 3,3 Prozentpunkte zulegen, bei den Grünliberalen sind es 3,1. Grün oder Grünliberal? So lautete bisher die Frage, welche Partei neu in den Nationalrat einziehen könnte. Bewahrheitet sich das Szenario, ist die Antwort: Beide.

Je ein Sitzgewinn käme einer Wiedergutmachung gleich. Ihre Sitze fielen vor vier Jahren dem Rechtsrutsch zum Opfer. Am 20. Oktober könnte sich der damalige Kurs korrigieren. Die SVP verliert auf hohem Niveau und bleibt mit einem Wähleranteil von fast 34 Prozent weiterhin klar die stärkste Kraft im Kanton. Die FDP büsst 1,3 Prozentpunkte ein, die CVP 0,6. Die Mitte-Parteien müssen um ihren schwächsten Sitz zittern, wie Michael Hermann von Sotomo vorrechnet. Auch bei der SVP ist eines von fünf Mandaten in Gefahr. Auf wackligem Stuhl sitzen Parlamentsneuling Mike Egger und Barbara Keller-Inhelder, die in Bern wenig auffiel.

Ein Teil der Stimmen für die Grünen dürfte auf die Kosten ihres linken Bündnispartners gehen. Abschwächen wird sich dagegen der Abwärtstrend der CVP. Verlor sie vor vier Jahren noch 3,7 Prozentpunkte, bleibt sie nun mit minus 0,6 relativ stabil. Weil einer ihrer drei Sitze allerdings ein Restmandat war, kann bereits ein kleiner Verlust ei­nen Sitzverlust bedeuten. Grösser fällt das Minus bei der FDP aus. Die grüne Kehrtwende koste die Partei Stimmen am rechten Rand, sagt Politologe Michael Hermann.

Die Ständeratskandidaten können sich nicht zurücklehnen

Im Ständerat zeichnet sich ein Kopf-an Kopf-Rennen ab, angeführt von den beiden Bisherigen Benedikt Würth (CVP) und Paul Rechsteiner (SP). Kaum vier Monate in der kleinen Kammer kann Neo-Ständerat Würth mit 41 Prozent bereits am meisten Stimmen auf sich vereinen. Dicht dahinter folgt gemäss Prognose Polit-Urgestein Paul Rechsteiner. Herausforderer Roland Rino Büchel (SVP) ist ihm jedoch dicht auf den Fersen. Marcel Dobler, der für die FDP den Sitz zurückgewinnen will, den die Partei nach Karin Keller-Sutters Einzug in den Bundesrat verlor, kommt auf einen Viertel der Stimmen. Nicht in der Auswertung berücksichtigt ist BDP-Kandidat Norbert Feldmann.

Ein zweiter Wahlgang scheint unausweichlich, da gemäss Umfrage keiner der Anwärter das absolute Mehr erreicht – auch nicht der Spitzenreiter. «Benedikt Würth ist noch keine Karin-Keller Sutter», sagt Hermann. Die heutige Bundesrätin hatte 2015 die Wiederwahl glanzvoll im ersten Wahlgang geschafft, während Genosse Paul Rechsteiner nochmals antreten musste.

Umfrage mit 1810 Teilnehmern

Die Online-Umfrage wurde zwischen 9.September und 3.Oktober auf dem «Tagblatt»-Webportal sowie über ein E-Mail-Panel der Firma Sotomo durchgeführt. 1810 Stimmberechtigte nahmen teil. Um einer Verzerrung der Stichprobe entgegenzuwirken, wurde sie einer statistischen Gewichtung unterzogen. Dennoch kann ein Stichprobenfehler von +/- 2,3 Prozentpunkten im Detail zu Abweichungen führen. (nh)

Die St.Galler Wählerinnen und Wähler treibt das Thema Krankenkassenprämien besonders um, gefolgt vom Klimawandel. Während letzteres die Wahlen dominiert, vermögen die Krankenkassen nicht zu mobilisieren. «Keine Partei kann klare Rezepte gegen den Anstieg der Prämien vorlegen», sagt Hermann.

Während das Thema Zuwanderung vor vier Jahren die Wahlen bestimmte, nimmt es heute nur noch bei SVP-Wählern eine dominante Rolle ein. Das Thema Klima beschäftigt die Wähler aller aller Parteien - mit Ausnahme der SVP.

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