AKTIENTAUSCH: Toggenburg Bergbahnen halten Druck aufrecht

Der Streit nimmt kein Ende: Das Übernahmeangebot der Toggenburg Bergbahnen an die Aktionäre der Bergbahnen Wildhaus wurde bis 2019 verlängert.

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Die Situation im Obertoggenburg ist verfahren. (Bild: Benjamin Manser)

Die Situation im Obertoggenburg ist verfahren. (Bild: Benjamin Manser)

Am Freitag wäre die Frist verstrichen, doch wie viele Aktien der Bergbahnen Wildhaus AG den Besitzer gewechselt haben, bleibt weiterhin ein gut gehütetes Geheimnis. Mélanie Eppenberger, Verwaltungsratspräsidentin der Toggenburg Bergbahnen AG in Unterwasser, liess sich auch gestern nicht in die Karten schauen. Und sie überrascht die Wildhauser Konkurrenz erneut: Indem sie die Frist für das Übernahmeangebot bis Ende September 2019 verlängert. Dannzumal läuft das gemeinsame Winterticket der beiden Bergbahnen aus.

«Von dieser Fristverlängerung wussten wir nichts», sagt Jack Rhyner, Präsident des Verwaltungsrats der Bergbahnen Wildhaus AG. Damit liegt das 15-Millionen-Ausbauprojekt Wildhaus 2.0 weiterhin auf Eis. Es gibt keine neue 6er-Sesselbahn und keine bessere Beschneiung, weil Bundesgelder im Rahmen der Neuen Regionalpolitik von fünf Millionen Franken nach dem Entscheid der St. Galler Regierung nicht zur Verfügung stehen. Somit sind auch sechs Millionen Franken von der Bank blockiert.

Die Gegenseite in Unterwasser spricht dagegen von einem «Hassklima», das von der Gegenseite bewusst geschürt werde. Der St. Galler Volkswirtschaftschef Bruno Damann sieht die Situation nüchtern, von der Fristverlängerung habe er aus den Medien erfahren. Er wolle nun mit Rolf Züllig, Gemeindepräsident Wildhaus-Alt St. Johann, und Max Nadig, Präsident von Toggenburg Tourismus, reden: «Beide haben mit den Bergbahnen gesprochen.» Für ihn habe der Entscheid der Gesamtregierung «bis auf Widerruf» nach wie vor Gültigkeit.

Poollösung in Frage gestellt

Nadig ruft die Bergbahnen zur Zusammenarbeit auf: «Sie müssen jetzt im Interesse der Destination handeln.» Konkrete Vorschläge wollte Nadig allerdings nicht machen. «Das müssen wir jetzt diskutieren.» Für Mélanie Eppenberger ist die 2015 ausgehandelte Poollösung der Stein des Anstosses. «Diese Quersubventionierung der Achse Wildhaus können und wollen wir uns nicht mehr leisten», hatte sie bereits an der Generalversammlung im Oktober gesagt. Der heutige Geldverteilungsmechanismus sei «ad absurdum» geführt worden: An Spitzentagen wechselten 60 Prozent der Skifahrer, die in Wildhaus eingestiegen seien, nach Unterwasser. In der Realität sauge aber allein der zu Wildhaus gehörende Gamsalp-Sessellift 30 Prozent des Umsatzes ab. Das lässt Rhyner nicht so stehen: ­Diese Wechselbewegung gebe es auch in umgekehrter Richtung.

Christoph Zweili

christoph.zweili@tagblatt.ch