Agglomerationsprogramme
Nur vier der fünf Agglomerationen im Kanton St.Gallen reichen ein Programm der 4. Generation ein

Katerstimmung in Werdenberg-Liechtenstein, eine neue Fuss- und Veloverkehrsbrücke zwischen Au und Lustenau im Rheintal, der Entwicklungsschwerpunkt in Wil, kantonsübergreifende Verkehrsoptimierung am Obersee: Das wollen die übrigen Agglomerationen im Kanton St.Gallen.

Christoph Zweili
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Auch im Programm der 4. Generation sind viele Massnahmen zu Gunsten des Fuss- und Veloverkehrs aufgeführt.

Auch im Programm der 4. Generation sind viele Massnahmen zu Gunsten des Fuss- und Veloverkehrs aufgeführt.

Christian Beutler/KEY

Nicht alle fünf Agglomerationen im Kanton St.Gallen reichen neu ein Programm der 4. Generation beim Bund ein. Die wuchtige Ablehnung des Verpflichtungskredits von 71 Millionen Franken für den Ausbau der Bahnlinie von Feldkirch nach Buchs zu einer S-Bahn führte nicht nur zur Katerstimmung in der liechtensteinischen Verkehrspolitik, sondern auch zum Rückzug des grenzüberschreitenden Agglomerationsprogramms Werdenberg-Liechtenstein. Ohne die S-Bahn Liechtenstein sei die Einreichung des Programms nicht umsetzbar, schrieb der Verein. In den bisherigen Programmen hatte die Region Werdenberg-Liechtenstein mit 17 Gemeinden vor allem auf den Ausbau der Infrastruktur für Fussgänger und Velofahrer auf beiden Seiten des Rheins gesetzt.

Ähnlich im Rheintal, wo die Entwicklung von Strasse und Schiene beidseits des Rheins bis jetzt nur unzureichend aufeinander abgestimmt ist. Viele Verkehrsinfrastrukturen laufen hier parallel, dafür fehlen wichtige Querverbindungen. Ein Schlüsselprojekt wird daher eine neue Fuss- und Veloverkehrsbrücke zwischen Au und Lustenau sein. Neben dem Kanton St.Gallen und dem Land Vorarlberg sind aktuell 22 Gemeinden beidseits des Rheins Mitglieder des Vereins Agglomeration Rheintal. Das Agglomerationsprogramm wird am 15. September beim Bund zur Prüfung eingereicht.

Im Zentrum der Agglomeration Wil mit 12 Gemeinden stehen die Infrastrukturprojekte rund um den Entwicklungsschwerpunkt Wil. Das Programm der 3. Generation gehörte national zu den acht am besten bewerteten Programmen. In der 4. Generation steht die Weiterentwicklung der begleitenden flankierenden Massnahmen zur Zentrumsentwicklung Wil im Fokus. Erneut aufgenommen wird die regionale multimodale Drehscheibe Bahnhof Wil mit einer deutlichen Erweiterung des Bahnhofplatzes. Das Programm wird am 15. September beim Bund zur Prüfung eingereicht.

Die Agglomeration Obersee mit neu 17 Gemeinden in den Kantonen St.Gallen, Zürich und Schwyz will beim Programm der 4. Generation ansetzen, wo der Bund noch Optimierungspotenzial sieht: Bei der kantonsübergreifenden Verkehrsoptimierung, dem siedlungsverträglichen Verkehr, der Stärkung des Fuss- und Veloverkehrs und der Aufwertung der Siedlungs- und Freiraumqualität. Das Programm wird spätestens am
15. Juni beim Bund zur Prüfung eingereicht.