AFFÄRE KACHELMANN: Kachelmann hat keine Einzelunterschrift mehr

GAIS/MANNHEIM. Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Wetterfrosch Jörg Kachelmann wirken sich auf sein Berufsleben aus: Für seine Meteomedia AG darf der in Untersuchungshaft Sitzende laut "Sonntagszeitung" nur noch zusammen mit einem anderen Verwaltungsrat unterschreiben.

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Kachelmanns Verwaltungsratskollegen entzogen ihm die Zeichnungsberechtigung. Nun darf er wieder unterschreiben – aber nur zusammen mit einem anderen Verwaltungsrat. (Archivbild: Keystone)

Kachelmanns Verwaltungsratskollegen entzogen ihm die Zeichnungsberechtigung. Nun darf er wieder unterschreiben – aber nur zusammen mit einem anderen Verwaltungsrat. (Archivbild: Keystone)

Kachelmann führte bis zu seiner Verhaftung in Gais das Unternehmen, das Fernseh- und Radiostationen mit Wetterprognosen eindeckt. Der Wetterfrosch ist Verwaltungsratspräsident der Meteomedia AG. Gemäss einem Bericht der "Sonntagszeitung" liessen die Verwaltungsratskollegen Kachelmanns Zeichnungsberechtigung im Handelsregister streichen. Der Grund: Sie befürchteten, dass Kachelmann im Gefängnis erpresst werden könnte und das Unternehmen finanziell verpflichten würde. Kachelmann blieb zwar Verwaltungsratspräsident, hatte aber keine Zeichnungsberechtigung mehr. Seine beiden Geschäftskollegen gaben sich selber Einzelunterschrift.


Zehn Tage später erfolgte im Handelregister erneut eine Änderung, wie die "Sonntagszeitung" schreibt. Kachelmann erhält seine Zeichnungsberechtigung zurück - er darf aber nur noch zusammen mit einem anderen Verwaltungsrat unterschreiben. Auch den beiden Geschäftskollegen Kachelmanns steht nun nur noch Kollektivunterschrift zu. "Die Organe der Gesellschaft mussten kurzfristig handeln, um die Führung des Unternehmens sicherzustellen", bestätigt Meteomedia gegenüber der "Sonntagszeitung".

Von einem "Putsch" hingegen, spricht ein Insider. Die Geschäftsführerin von Meteomedia Deutschland habe verlauten lassen: "Wie die Quoten bestätigen, hängt der Erfolg der Wetterpräsentation nicht von Herrn Kachelmann ab." Kurze Zeit später rauschte Kachelmanns Anwalt in ihr Büro und stellte sie frei. Die Geschäftsführerin werde bald wieder für Meteomedia arbeiten, heisst es. Wann sie zurückkehrt, weiss laut "Sonntagszeitung" aber niemand. Der Insider: "Falls sie wirklich zurückkehrt, dann hat Kachelmann einen Rückzieher gemacht." (red.)