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AESCHER: «Was für eine beispiellose Arroganz»

Keine Übernachtungen mehr im «Aescher»: Der Verzicht des Wirtepaars bewegt die Öffentlichkeit. Viele können den Entscheid nachvollziehen, andere äussern sich bissig.
Simon Roth
Das Bergrestaurant Aescher beim Wildkirchli gibt erneut Anlass zur Diskussion. (Bild: Urs Jaudas)

Das Bergrestaurant Aescher beim Wildkirchli gibt erneut Anlass zur Diskussion. (Bild: Urs Jaudas)

Fordernde Touristen, stets total überfüllt, liegen gelassener Abfall: Im Alpstein schränkt der «Aescher» als erstes Gasthaus sein Angebot ein – Übernachtungen sind vorerst Vergangenheit. Der Entschluss spaltet die Öffentlichkeit. Viele bedauern den Entscheid, können ihn aber nachvollziehen. Andere finden diesen Umgang mit dem Erfolg unverschämt. «Was bedeutet Bernhard Knechtle Gastfreundschaft? Zählt für ihn nur der Profit?», fragte ein Leserbriefschreiber in der gestrigen Ausgabe dieser Zeitung.

Gut 1500 Leserinnen und Leser haben auf Tagblatt online in einer Umfrage auf den Entschluss reagiert. Die grosse Mehrheit – 60 Prozent – fühlt mit dem Wirtepaar mit und findet: «Guter Entscheid. Dem Rummel am Aescher muss endlich ein Riegel geschoben werden.» 22 Prozent würden gerne weiterhin im Traditionshaus unter der steilen Felswand aufwachen dürfen und sagen deshalb: «Schade. Das ist die falsche Lösung.» Knapp 18 Prozent der Leser stehen dem Rummel gleichgültig gegenüber und möchten bloss weiterhin in Ruhe an der idyllischen Lage die feine Rösti essen.

Mit Turnschuhen und Rollkoffern in den Alpstein

Die weltweite Bekanntheit des Aeschers macht das Traditionshaus zum idealen Ausflugsziel im Alpstein. Das Berggasthaus ist leicht zu erreichen. Die Luftseilbahn führt von Wasserauen direkt zur Ebenalp – von dort ist es nicht einmal eine halbe Stunde zu Fuss. Kein Wunder also, kommen auch unerfahrene Berggänger «mit Turnschuhen und Rollkoffern», wie ein Leser kommentiert. Der Aescher sei nicht für den Andrang gemacht, der in den vergangenen Jahren so zugenommen habe. «Nie kehrt dort Ruhe ein», heisst es im Kommentar. Doch es gibt auch andere Meinungen: «Es hat so einen leichten Touch von Gästeverdruss», lautet ein Kommentar. Die Steigerung davon ist in einem anderen zu lesen: «Was für eine beispiellose Arroganz», schreibt jemand, der seine Haltung nicht weiter erklärt.

Kinder sind seit jeher im Alpstein aufgewachsen

Gleich mehrere Leute unterstützen den Entscheid: «Manchmal ist weniger eben wirklich mehr», merkt jemand an und erntet digitalen Applaus in Form von Daumen, die nach oben zeigen. «Geniessen Sie die gewonnene Zeit und Ruhe», wünscht die Person dem Wirtepaar. Ob dies tatsächlich so sein wird, hinterfragt ein anderer Leser: «Wäre es mit drei Kindern nicht eine bessere Lösung, den «Aescher» in andere Hände zu geben?» Schon immer seien Kinder im Alpstein aufgewachsen, bestätigt eine Älplerin, die Übernachtungen anbietet. «Alle meine Kinder sind hier oben aufgewachsen und im Tal zur Schule gegangen.» Ihre Alp liegt eher abgeschieden, vom Rummel merkt sie wenig. Den grossen Andrang sieht auch sie kritisch: «Der Alpstein kann bald keine Leute mehr aufnehmen.» Den Entscheid der Knechtles könne sie nachvollziehen. «Für eine junge Familie ist so ein Gasthaus kein Zuckerschlecken.»

Simon Roth

simon.roth@tagblatt.ch

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