Ärger im Netz und bei Gemeinden

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Eine Blache, darauf Boote und schwarze Hände, die im Meer versinken. Eine Tafel, auf der «gratis Handy» steht. Eine «Asylbar» in der «Einwanderungsbehörde». Der Fasnachtswagen der Hülsnerbuben aus Dietschwil (Kirchberg) zog am Sonntag unter dem Motto «Asylparadies Schweiz» durch Aadorf (Ausgabe von gestern). Geht das zu weit? Darüber sind sich die User in den sozialen Medien uneinig.

Es gehöre zur Fasnacht, das politische Geschehen auch einmal kontrovers anzugehen, schreibt eine Kommentatorin auf tagblatt.ch. Dass auf dem Wagen der Hülsnerbuben Ertrinkende zu sehen sind, sei aber «schlicht pietät- und geschmacklos». Mehrere Facebook-User stossen sich ebenfalls an der Provokation. «Unmöglich» – «primitiv» – «traurig», so der Tenor. Andere haben mit dem Satire-Verständnis der Hülsnerbuben kein Problem – im Gegenteil. Was auf dem Wagen stehe, sei «die Wahrheit», schreibt eine Facebook-Nutzerin. Sie erhält Zuspruch von Gleichgesinnten: Es sei bedenklich, dass man die «Wahrheit» in der Schweiz heutzutage nicht mehr sagen dürfe.

Die Hülsnerbuben haben weitere Fasnachtsauftritte geplant, etwa in Bütschwil und Gähwil. Bei den Gemeinden kommt das nicht gut an. «Es würde mich freuen, wenn die Veranstalter diesen Fasnachtswagen nicht ­zulassen würden», sagt der Bütschwiler Gemeindepräsident Karl Brändle. «Wir wollen eine fröhliche Fasnacht und keine polarisierende.» Der Gemeindepräsident von Kirchberg, Roman Habrik, bezeichnete das Sujet als geschmacklos und kündigte an, das Gespräch mit den Hülsner­buben zu suchen. (lim/av)