Adliger streitet mit Thurgau um Dokumente

FRAUENFELD. Vor dem Bezirksgericht Frauenfeld wird um das Archiv der Thurgauer Gerichtsherren gestritten. Kontrahenten sind Dominik von Streng, ein im Luzernischen lebender Nachfahre einer Gerichtsherrenfamilie, und der Kanton.

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FRAUENFELD. Vor dem Bezirksgericht Frauenfeld wird um das Archiv der Thurgauer Gerichtsherren gestritten. Kontrahenten sind Dominik von Streng, ein im Luzernischen lebender Nachfahre einer Gerichtsherrenfamilie, und der Kanton. Der Hintergrund: Von Strengs 2009 verstorbener Vater überliess 1999 auf Bitte von Staatsarchivar André Salathé dem Staatsarchiv das Archiv des Gerichtsherrenstandes.

Rückgabe oder fünf Millionen

1999 schlossen das Staatsarchiv und die Familie von Streng einen Vertrag. Die Familie hinterlegt das Gerichtsherrenarchiv – mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr, wenn sie es zurückziehen will. Das tat von Streng 2012 – wegen der «kaltschnäuzigen Art», mit der ihn Salathé behandelt habe, als er die Korrektur des Beitrags im Historischen Lexikon der Schweiz forderte. Von Streng moniert, dass dort steht, die Familie sei 1828 von Deutschland kommend eingebürgert worden, obwohl sie im 18. Jahrhundert den Arenenberg erworben habe.

Da Salathé ihm nicht geholfen habe, sei die Folge die Kündigung des Legats, sagt von Streng. Wenn der Thurgau die Dokumente behält, fordert von Streng fünf Millionen. Als Familienoberhaupt könne er über die Dokumente verfügen, die in seiner Familie über den ältesten Sohn weitergegeben worden seien.

Legitimation bezweifelt

Da widerspricht Salathé: Das Gerichtsherrenarchiv sei über die Töchter vererbt worden und so im 20. Jahrhundert in die Familie von Streng gekommen. Es handle sich nicht um ein Familien-, sondern ein öffentlich-rechtliches Archiv. Und von Streng habe sich nicht genügend als Vertreter der Erben ausgewiesen. (mkn)