«Achtung, Radar» gibt es nicht

Auf den St. Galler Strassen werden keine Warnschilder vor Radaranlagen aufgestellt – zum Ärger der SVP.

Merken
Drucken
Teilen
Radargeräte werden auch künftig nicht signalisiert. (Bild: Urs Jaudas)

Radargeräte werden auch künftig nicht signalisiert. (Bild: Urs Jaudas)

Wenn Radargeräte Wirkung zeigen sollen, braucht es den Überraschungseffekt. Das gilt vor ­allem für die semistationären ­Anlagen, die an verschiedenen Standorten zum Einsatz kommen. Nur wer immer und überall mit einer Geschwindigkeitskontrolle rechnen muss, hält sich an die Tempolimiten. So sehen es Polizei, Regierung und die Mehrheit des Kantonsparlaments. Sie wollen nichts von Warnschildern vor Radaranlagen wissen, wie es die SVP gefordert hat.

Die «Blitzer» sind der SVP ein Dorn im Auge. Sie dienten – entgegen allen anders lautenden Aussagen von Regierung und Polizei – nicht primär der Verkehrssicherheit, sondern vielmehr der Staatskasse. Sie seien reine «Geldbeschaffungsmaschinen». Acht Millionen Mehreinnahmen sollen sie dieses Jahr in die Kasse spülen. Daher sei schon klar, dass sich die Regierung dagegen sträube, die Geräte künftig zu signalisieren, monierte der Toggenburger SVP-Kantonsrat Mirco Gerig. Wenn dem nicht so wäre, könnten sie genauso gut signalisiert werden (Ausgabe vom 22. November). Die Polizei könne zudem, unabhängig von der geforderten Signalisierung der semistationären Anlagen, immer noch mobile Kontrollen durchführen. Ihre Forderung sei deshalb kein «Freipass für Raser» wie die Gegner immer wieder kolportierten, so Gerig.

Wirkung lediglich auf 200 Metern

Regierungsrat Fredy Fässler dementierte nicht, dass die Warnschilder eine Wirkung hätten – «allerdings nur auf den 200 Metern vor dem Radargerät». Hochgerechnet auf die 700 Kilometer Kantonsstrasse würde der Effekt auf rund vier Strassenkilometern wirken; die «Kontroll-­Erwartung» auf den übrigen 696 Strassenkilometern wäre hingegen kleiner – «und es würde eher gerast», so Fässler.

Regula Weik

regula.weik@tagblatt.ch