Acht Jahre für Betrüger

Der Chef einer Betrügerbande ist zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Der Schweizer soll Waren im Wert von mehreren Millionen bestellt, aber nie bezahlt haben.

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ARBON. Um die Lieferanten auszutricksen, kaufte der 53jährige Hauptangeklagte gezielt Mantel- oder Scheinfirmen und heuerte für wenig Geld drei Strohmänner an. Die Bande bestellte im Namen der unbescholtenen Firmen Lebensmittel, Getränke, Möbel, Werkzeuge, Maschinen und Baumaterialien im Wert von mehreren Millionen Franken.

Die gelieferten Waren nahmen die vier Männer in angemieteten Büros entgegen und verkauften sie in verschiedenen Läden im Oberthurgau weiter. «Bezahlt wurde nie», sagte die Richterin gestern bei der Urteilseröffnung. Wenn den Firmen das Wasser bis zum Hals gestanden sei, habe man diese in Konkurs gehen oder löschen lassen.

Betrug in 291 Fällen

Der mehrfach vorbestrafte Anführer ist laut dem Urteil des Bezirksgerichts Arbon des gewerbsmässigen Betrugs in 291 Fällen, mehrerer Einbruchdiebstähle und zahlreicher weiterer Delikte schuldig. Er wird zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt; das sind sogar zwei Jahre mehr, als die Thurgauer Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Der Mann habe eine riesige kriminelle Energie an den Tag gelegt, sagte die Richterin. Er sei uneinsichtig und vorbestraft. Der 53-Jährige, der 2006 von den Philippinen an die Schweiz überstellt wurde und seither in Haft sitzt, bleibt in Sicherheitshaft. Sein Verteidiger hatte einen Freispruch und Haftentlassung gefordert.

Bedingte Strafen für Mittäter

Die drei Strohmänner wurden zu bedingten Gefängnisstrafen verurteilt. Sie seien nicht so naiv und unschuldig, wie sie bei der mehrtägigen Gerichtsverhandlung letzte Woche geltend gemacht hätten, sagte die Richterin: «Die Mittäter hätten jederzeit aus den illegalen Geschäften aussteigen können.»

Ein 57jähriger Schweizer, der während der Tatzeit drogenabhängig war, und mit dem Hauptangeklagten auf Einbruchstour ging, wird mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten bestraft. Das Urteil bleibt damit weit unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 bis 33 Monaten gefordert.

Ein 51jähriger Schweizer wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Ein 37jähriger Österreicher, der vor allem für die Buchführung zuständig war, wird mit einer bedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr bestraft. (sda)